Studie untersucht Myokarditis nach mRNA-Impfung gegen COVID-19 bei jungen Menschen

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Bislang gibt es nur wenige Daten über den mittelfristigen Verlauf der Myokarditis nach einer mRNA-COVID-19-Impfung. Ein US-amerikanisches Forscherteam hat daher das klinische Outcome und die Lebensqualität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen >90 Tage nach Beginn der Erkrankung untersucht.

Dazu befragten die Wissenschaftler US-amerikanische Personen im Alter von 12–29 Jahren, deren impfassoziierte Myokarditis im Jahr 2021 gemeldet worden war, deren Erziehungsberechtigten sowie Ärzte, um die Outcomes der Patienten >90 Tage nach Auftreten der Myokarditis zu bewerten. Erfasst wurden der Genesungsstatus, kardiologische Tests und der Funktionsstatus sowie EuroQol-Maße zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität sowie ein gewichtetes Maß für die Lebensqualität, das von 0 bis 1 (vollständige Gesundheit) reicht. Die EuroQol-Ergebnisse verglichen die Wissenschaftler mit Umfrageergebnissen aus der Zeit vor und zu Beginn der Pandemie.

Insgesamt lagen Daten von 519 Patienten vor, deren Durchschnittsalter 17 Jahre betrug (Interquartilsabstand 15–22; 88% männlich). Als genesen galten ihrem Arzt zufolge 320/393 (81%) Patienten, obwohl 104 (26%) von ihnen bei der letzten Nachuntersuchung noch täglich Medikamente zur Behandlung der Myokarditis einnahmen.

Von 249 Personen, für die Angaben zur Lebensqualität vorlagen, berichteten 2% über Probleme bei der Selbstversorgung, 5% über Probleme mit der Mobilität, 20% über Probleme bei Alltagsaktivitäten, 30% über Schmerzen und 46% über Depressionen. Der gewichtete Mittelwert für die Lebensqualität (0,91 ±0,13) ähnelte dem Wert in der US-Bevölkerung vor der Pandemie (0,92 ±0,13) und war deutlich höher als der Wert zu Beginn der Pandemie (0,75 ±0,28; p<0,0001).

Bei den meisten Patienten verbesserten sich die diagnostischen Herzmarker und -tests bei der Nachuntersuchung, einschließlich normaler oder auf den Ausgangswert zurückgehender Troponinkonzentrationen (91% mit verfügbaren Daten), Echokardiogramme (94%), Elektrokardiogramme (77%), Belastungstests (90%) und ambulante Rhythmusüberwachung (90%). Bei 81/151 Patienten wurde bei der Nachuntersuchung mittels MRT eine Abnormalität des Herzens festgestellt; Hinweise auf eine Myokarditis, die sich durch das Vorhandensein von spätem Gadolinium-Enhancement und Ödemen im MRT ergaben, waren jedoch selten (20/151 Patienten, 13%). Bei der Nachuntersuchung waren 68% der Patienten alle körperlichen Aktivitäten erlaubt.

Fazit
Angesichts der geringen Stichprobengröße seien die Ergebnisse möglicherweise nicht verallgemeinerbar, dennoch seien >90 Tage nach Ausbruch der Myokarditis infolge einer mRNA-COVID-19-Impfung die meisten Personen genesen. Für die Untergruppe der Patienten mit atypischen Testergebnissen oder solchen, die nicht als geheilt gelten, seien weitere Nachuntersuchungen erforderlich, empfehlen die Autoren. (ej)

Autoren: Kracalik I et al.
Korrespondenz: Ian Kracalik; [email protected]
Studie: Outcomes at least 90 days since onset of myocarditis after mRNA COVID-19 vaccination in adolescents and young adults in the USA: a follow-up surveillance study
Quelle: Lancet Child Adolesc Health 2022 Nov;6(11):788-798.
Web: https://doi.org/10.1016/S2352-4642(22)00244-9