Studierende engagieren sich für landwirtschaftliche Innovationen im Senegal13. November 2024 Studierende der Summer School entwickelten im Senegal innovative Lösungen für die Landwirtschaft und traten dafür in einen Dialog mit den Menschen vor Ort. Foto: © Hanne Conrad-Nielsen/ Maschinenring Foundation gGmbH Wie können die Lebensbedingungen von Landwirten in Westafrika verbessert werden? Im Projekt FAMFISK entwickeln die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), die Maschinenring Foundation gGmbH (MRF) und das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) Lösungen und arbeiten eng mit Maschinenringen im Senegal zusammen. Das Projekt FAMFISK zielt darauf ab, senegalesische und kenianische Universitäten beim Aufbau von Maschinenringen zu unterstützen. Durch die Kooperation werden die Kompetenzen bayerischer Akteure gebündelt, um Synergieeffekte zu erzielen. Das Projekt fördert die Sustainable Development Goals 2 (Zero Hunger), 4 (Quality Education) und 8 (Decent Work and Economic Growth). In einer mehrwöchigen Summer School haben 22 Studierende der Université du Sine Saloum El-Hâdj Ibrahima NIASS (USSEIN) in sieben Einzelprojekten Geräte entwickelt, die Agrarfachkräften die Arbeit erleichtern sollen. Die entwickelten Konzepte umfassen Wartungs- und Ersatzteilsysteme, Bewässerungssysteme sowie einen Minitraktor. Bedürfnisse der Landwirte im Senegal wurden erhoben Das Ziel der Arbeit bestand darin, dass senegalesische Studierende mithilfe der Design Thinking Methode Probleme identifizieren und innerhalb von sechs Wochen Lösungen in Form von Prototypen entwickeln. Die notwendigen Arbeitstechniken vermittelten Lea Hillenbrand und Ignaz Völk vom bbw den Studierenden in den Räumen der noch jungen Hochschule USSEIN in Kaolack im Senegal. In anschließenden Interviews mit Landwirtinnen und Landwirten wurden deren Bedürfnisse zur Lösung wichtiger landwirtschaftlicher Probleme im Senegal ermittelt. Die daraus entwickelten konkreten Projekte wurden Ende Oktober präsentiert. Darunter waren ein Wartungssystem mit Sensoren, eine Pelletmaschine für Erntereste zur Tierfütterung, ein Schnelleinsatz-Ersatzteilkoffer, ein Mini-Traktor, ein Getreidelager mit Feuchtigkeitssensoren sowie Maschinen für Bewässerung und Spritzsysteme. Lena-Maria Russ, Geschäftsführerin der Maschinenring Foundation, betont die Wichtigkeit dieser Arbeit: „Als Maschinenring möchten wir die ländliche Entwicklung voranbringen und haben daher die Maschinenringe in Afrika gegründet, um die Mechanisierung in der Landwirtschaft zu fördern. Besonders gut ausgebildete junge Menschen brauchen Perspektiven im Agrarsektor. Deshalb sehen wir großes Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und den Landwirten vor Ort. Prof. Dr. Carsten Lorz, Vizepräsident für Internationales und Diversity an der HSWT, stimmt dem zu und ergänzt: „Das Programm ist ein bisher einmaliges Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Gesellschaft und dem Privatsektor im Senegal gestärkt und ein Beitrag zur nachhaltigen Verzahnung der Partner vor Ort geleistet werden kann.“ Eva Zech, FAMFISK-Koordinatorin an der HSWT, hebt außerdem hervor, wie wichtig das Programm für die Teilnehmenden ist: Die Summer School trägt zur persönlichen, fachlichen und beruflichen Weiterentwicklung der Teilnehmenden bei, die sich mit großer Begeisterung und Engagement in das Programm eingebracht haben. Seit 60 Jahren eine Selbsthilfeorganisation für Landwirte Die HSWT engagiert sich im Rahmen ihres „Network Africa“ in zahlreichen Projekten mit afrikanischen Partnerinstitutionen. Ziele sind die angewandte akademische Ausbildung und Capacity Building. Ein zentraler Fokus liegt auf der Stärkung der landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten in den entsprechenden Regionen durch praxisnahe Ausbildung und Forschung. Die Maschinenring Foundation (MRF) wendet ihr 60 Jahre erprobtes Erfolgsmodell der Selbsthilfeorganisation für Landwirtinnen und Landwirte nun auch in Afrika an. In den letzten fünf Jahren wurden im Senegal und in Kenia über 200 Maschinenringe mit 40.000 Mitgliedsbetrieben gegründet, was die Produktivität von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern steigerte und zum Klima- und Ressourcenschutz beitrug. Bildung spielt in den internationalen Aktivitäten von MRF eine wichtige Rolle. Das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) führt zahlreiche Aus- und Weiterbildungsprojekte in 30 Ländern auf vier Kontinenten durch, wobei die enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und die Netzwerkbildung im Fokus stehen. Alle drei Institutionen wurden von der Bayerischen Staatsregierung bereits bei der Durchführung von Projekten im Bereich landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten, Ernährungssicherheit und Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen im Senegal gefördert. Im Rahmen dieser Projektaktivitäten ergaben sich vor allem große Bedarfe für eine stärkere Verknüpfung von beruflicher und akademischer Bildung sowie für eine praxis- und bedarfsorientiertere Hochschulbildung. Alle Beteiligten verfügen zudem über umfassende Erfahrungen und Partnernetzwerke im Senegal und in Kenia.
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