Stuttgarter Forscher stellen den weltweit ältesten langhalsigen Meeressaurier vor15. März 2024 Prof. Dr. Rainer Schoch (links), Dr. Stephan Spiekman, Dr. Eudald Mujal (rechts) in der Meeressaurier Sammlung des Naturkundemuseums Stuttgart mit dem Fossil von Trachelosaurus fischeri. Foto: © Liliana Reinöhl/ SMNS Die Untersuchung eines historischen Fossils liefert einem Paläontologen-Team vom Naturkundemuseum Stuttgart nach neue Erkenntnisse über die frühe Evolution der Meeresreptilien nach dem größten Massenaussterben vor 252 Millionen Jahren. Das international besetzte Wissenschaftlerteam um Dr. Stephan Spiekman, Dr. Eudald Mujal und Prof. Dr. Rainer Schoch hat das bereits Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals beschriebene Fossil des Sauriers Trachelosaurus fischeri neu untersucht. Vergleiche mit neuen Fossilienfunden eines ähnlichen Meeresreptils aus China zeigen, dass Trachelosaurus fischeri der weltweit älteste langhalsige Meeressaurier ist. Die Wissenschaftler haben ihre Forschungsergebnisse zu dem 247 Millionen Jahre alten Fossil aus Sachsen-Anhalt in der Fachzeitschrift „Swiss Journal of Palaeontology“ veröffentlicht. Trachelosaurus fischeri wurde bereits im 19. Jahrhundert in Schichten des Buntsandsteins (Mittlere Trias) in Bernburg an der Saale entdeckt und kam anschließend in die Sammlung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Das Exemplar befindet sich derzeit als Leihgabe im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, wo es von Saurier-Spezialisten erneut untersucht wurde. Trachelosaurus fischeri wurde erstmals 1918 in einer Publikation beschrieben, aber es blieb umstritten, um welche Art von Reptil es sich bei diesem Fossil tatsächlich handelt. Das liegt zum einen an der einzigartigen Anatomie, zu der eine ungewöhnlich große Anzahl von Wirbeln gehört, und zum anderen an der relativ schlechten Erhaltung des Fossils: Das Skelett ist unvollständig und seine Überreste sind über das gesamte Gestein verstreut, in dem es konserviert wurde. Erstes Fossil dieser Reptiliengruppe, das außerhalb Chinas gefunden wurde „Durch die Untersuchung chinesischer Fossilen des langhalsigen Meeressaurier Dinocephalosaurus, deren Ergebnisse ich mit KollegInnen erst vor wenigen Wochen veröffentlicht habe, konnten wir auch das Rätsel von Trachelosaurus fischeri lösen. Die Anatomie zeigt uns, dass er eng mit Dinocephalosaurus verwandt ist. Trachelosaurus fischeri ist das erste Fossil dieser Reptiliengruppe, das außerhalb Chinas gefunden wurde. Zugleich ist er der älteste langhalsige Meeressaurier, der bisher bekannt ist“, so Dr. Stephan Spiekman, Experte für diese Tiergruppe am Naturkundemuseum Stuttgart. Nach dem großen Massenaussterben an der Perm-Trias-Grenze vor 252 Millionen Jahren kam es zu Beginn der Triaszeit zu einer sehr schnellen Diversifizierung neuer Reptilienarten an Land und im Wasser. Darunter waren auch die ersten langhalsigen Meeressaurier. Wie es zu diesen komplexen evolutionsbiologischen Entwicklungen kam, ist ein wichtiger Forschungsgegenstand. Das Fossil des langhalsigen Meeressauriers Trachelosaurus fischeri. Foto: © Liliana Reinöhl/ SMNS Die Wissenschaftler vermuten, dass Trachelosaurus fischeri vor 247 Millionen Jahren in ein Flachwassergebiet geschwemmt wurde, denn auf dem Gestein, in dem das Fossil konserviert ist, sind auch Fußspuren von Landtieren erhalten. Der Fund und seine Neubewertung sind für die Forschenden ein weiteres Puzzlestück zum besseren Verständnis der marinen Ökosysteme zu Beginn der Triaszeit. Die Geschichte des Fossils zeige auch die Bedeutung der historischen Museums- und Universitätssammlungen für die naturkundliche Forschungsarbeit, betonen die Autoren. Neue Funde aus verschiedenen Teilen der Welt ermöglichen es den WissenschaftlerInnen regelmäßig, Fossilien neu zu interpretieren, die bereits vor vielen Jahren, manchmal sogar Jahrhunderten, entdeckt wurden und die in den Museen sorgfältig aufbewahrt werden.
Mehr erfahren zu: "Hunde sind eher wie Kleinkinder, wenn es darum geht, Menschen zu helfen" Hunde sind eher wie Kleinkinder, wenn es darum geht, Menschen zu helfen Warum eilt Dein Hund Dir zu „Hilfe“, wenn du nach etwas suchst, während Deine Katze das wenig kümmert? Neue Forschungen deuten darauf hin, dass dieser Unterschied auf tiefer liegenden evolutionären […]
Mehr erfahren zu: "Wie Mäuse sehen: Neu entdeckte Nervenzellen erkennen mehr als Kanten" Wie Mäuse sehen: Neu entdeckte Nervenzellen erkennen mehr als Kanten Ein internationales Forschungsteam hat mithilfe von „digitalen Zwillingen“ neue Nervenzellen und eine bislang unbekannte Arbeitsteilung im Mausgehirn entdeckt.
Mehr erfahren zu: "Bpt-Intensiv 2026 in Bielefeld – Das Einmaleins der Gastroenterologie" Bpt-Intensiv 2026 in Bielefeld – Das Einmaleins der Gastroenterologie Vom 26. Februar bis 01. März 2026 veranlasste die diesjährige bpt-INTENSIV Kleintier 950 Tierärztinnen und Tierärzte sowie 240 TFA dazu, good old Bielefeld mal wieder einen Besuch abzustatten. Das Programm […]