Süße Jugend: Hoher Zuckerkonsum mit erhöhtem Adenomrisiko verbunden7. Januar 2022 © urbans78 – stock.adobe.com (Symbolbild) Es wird erwartet, dass die weltweite medizinische Belastung durch Darmkrebs bis 2030 auf >2,2 Mio. neue Fälle und 1,1 Mio. Krebstote pro Jahr ansteigen wird. In vielen Ländern mit hohem Einkommen sind gerade jüngere Menschen von KRK betroffen. Die in jüngerer Zeit immer häufiger auftretenden Fälle von Darmkrebs im Frühstadium deuten verstärkt darauf hin, dass die Ernährung im frühen Lebensalter an der Entstehung von KRK beteiligt sein könnte. Es fehlen jedoch belastbare Daten zu einer möglichen Assoziation mit einem hohem Zuckerkonsum während der Kindheit. Forschende aus Südkorea und den USA untersuchten daher prospektiv den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Einfachzucker (wie von zugesetztem Zucker, Fruktose, Glukose und Gesamtzucker) sowie von zuckergesüßten Getränken (SSB) bei Heranwachsenden und dem Risiko für Darmkrebsvorstufen. Die Nurses′ Health Study II lieferte hierzu Ernährungsinformationen aus der Jugendzeit von 33.106 Teilnehmern bis zum Jahr 1998, die sich anschließend zwischen 1999 und 2015 einer unteren gastrointestinalen Endoskopie unterzogen. OR und 95%-KI wurden mittels logistischer Regression für geclusterte Daten geschätzt. Während der Nachbeobachtung konnten 2909 konventionelle Adenome (758 Hochrisikoadenome) und 2355 serratierte Läsionen identifiziert werden (mittleres Alter bei der Diagnose: 52,2 ±4,3 Jahre). Ein hoher Zucker- und SSB-Konsum während der Adoleszenz stand in positivem Zusammenhang mit dem Risiko für Adenome, jedoch nicht mit serratierten Läsionen. Für jede Zunahme von 5% der Kalorien aus der gesamten Fruktoseaufnahme betrugen die multivariablen OR 1,17 (95%-KI 1,05–1,31) für alle und 1,30 (95%-KI 1,06–1,60) für die Hochrisikoadenome. Aufgeschlüsselt nach Lokalisation lagen die OR bei 1,12 (95%-KI 0,96–1,30) für proximale, 1,24 (95%-KI 1,05–1,47) für distale und 1,43 (95%-KI 1,10–1,86) für rektale Adenome. Für jede Zunahme des SSB-Konsums um 1 Portion/Tag betrug die OR 1,11 (95%-KI 1,02–1,20) für das gesamte und 1,30 (95%-KI 1,08–1,55) für das rektale Adenom. Im Gegensatz zur Aufnahme im Heranwachsendenalter war die Aufnahme von Zucker und SSB im Erwachsenenalter nicht mit dem Adenomrisiko verbunden. Fazit Die Studienautoren konnten zeigen, dass ein hoher Konsum von Einfachzucker und SSB im Jugendalter mit einem signifikant erhöhten Risiko für konventionelle Adenome, insbesondere rektalen Adenome verbunden ist. (bi) Autoren: Joh HK et al. Korrespondenz: Hee-Kyung Joh; [email protected] Studie: Simple Sugar and Sugar-Sweetened Beverage Intake During Adolescence and Risk of Colorectal Cancer Precursors Quelle: Gastroenterology 2021;161(1):128–142. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2021.03.028