Süße Überraschung: Wassereis nach der OP1. Februar 2023 Foto: ©fotoduets – stock.adobe.com Seit Jahresbeginn kommen Patientinnen und Patienten des Leipziger Diakonissenkrankenhauses nach ihrer Operation in den Genuss einer erfrischenden Köstlichkeit. Unmittelbar nach der Narkose können sie noch im Aufwachraum ein Wassereis genießen – und das aus guten medizinischen Gründen. Was ungewöhnlich klingt, gehört im Diakonissenkrankenhaus tatsächlich ab sofort zum anästhesiologischen Versorgungsangebot. Denn erfahrungsgemäß leiden rund 30 Prozent der Patientinnen und Patienten unter einer postoperativen Übelkeit; ein trockener Mund und Halsschmerzen sind weitere Beschwerden, die häufig als Folge einer künstlichen Beatmung während der Narkose auftreten. Die Verabreichung eines Wassereises im Aufwachraum kann solche unangenehmen Nebenwirkungen lindern bzw. verhindern, dass sie überhaupt auftreten. Es versorgt den Körper direkt mit Flüssigkeit und Nährstoffen, befeuchtet die Mundschleimhaut und kühlt den gereizten Rachenraum. Zudem sorgt es unmittelbar für ein besseres Wohlbefinden. Diese positiven Wirkungen sind nicht nur subjektiv spürbar, sondern lassen sich auch wissenschaftlich belegen. So zeigte eine niederländische Studie, die 2017 im „British Journal of Anaesthesia“ publiziert wurde, dass der Verzehr von Wassereis die postoperative Übelkeit und Erbrechen unter den Probanden halbieren konnte. Die medizinisch sinnvolle Eisration wird im Aufwachraum erst zu dem Zeitpunkt verabreicht, wenn der frisch operierte Patient wieder vollständig wach und orientiert ist. „Wir haben in den ersten Tagen bereits sehr gute Erfahrungen damit gemacht, unsere Patienten nach überstandener OP mit einem Eis zu überraschen“, sagt Dr. Frank Wagner als OP-Manager und Leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie des Diakonissenkrankenhauses Leipzig. „Es zeigt sich tatsächlich ein lindernder Effekt und eine gute Verträglichkeit, weshalb dieses Angebot sehr gern angenommen wird.“ Aktuell werden im Aufwachraum der Klinik rund zehn Eisportionen täglich in den Geschmacksrichtungen Orange oder Cola ausgegeben. Im vorhandenen Sortiment können sich die Patientinnen und Patienten ihr Wunscheis frei auswählen. Bereits seit Längerem setzen die Mediziner des Diakonissenkrankenhauses in der palliativmedizinischen Versorgung auf die wohltuenden Effekte von Wassereis, wenn dies von den betreffenden Patienten gewünscht wird. „Es ist schön zu sehen, wie eine kleine Geste bzw. ein kleiner Genuss im therapeutischen Sinne Großes bewirken kann – von daher freue ich mich, dass dieses besondere Angebot nun auch in unserem OP-Bereich Einzug gefunden hat“, sagt Dr. Anja Mende, die als Oberärztin Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie den Bereich der Palliativmedizin im Diakonissenkrankenhaus verantwortet.
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