Mattauch-Herzog-Förderpreis: Sven Heiles für Forschung zu Lipiden ausgezeichnet

Prof. Dr. Sven Heiles (Mitte) ist Träger des Mattauch-Herzog-Förderpreises 2023. Ausgezeichnet haben ihn Sonntag bei der DGMS-Tagung in Dortmund Dr. Silke Merchel (Universität Wien) & Thomas Möhring (links) vom Stifter des Preises Thermo Fisher Scientific. Foto: ISAS / Woidich
Prof. Dr. Sven Heiles (Mitte) ist Träger des Mattauch-Herzog-Förderpreises 2023. Ausgezeichnet haben ihn Sonntag bei der DGMS-Tagung in Dortmund Dr. Silke Merchel (Universität Wien) & Thomas Möhring (links) vom Stifter des Preises Thermo Fisher Scientific. Foto: ISAS / Woidich

Für seine Forschung zur Analyse von Lipiden hat die Deutsche Gesellschaft für Massenspektrometrie Heiles kürzlich Prof. Sven Heiles vom Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V.  mit dem Mattauch-Herzog-Förderpreis ausgezeichnet.

Lipide haben im Körper viele Funktionen. So regulieren die wasserunlöslichen Moleküle etwa das Wachstum von Zellen oder liefern chemische Bausteine für einige Hormone. Die Lipidsignatur – Menge, Art und chemische Struktur der Lipide – im Gewebe oder Blut unterscheidet sich bei Gesunden und Kranken. Dieses Lipid-Wissen für die Vorhersage und Therapie von Erkrankungen zu nutzen, ist das Ziel von Heiles, der am Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V. seit 2022 die Nachwuchsgruppe Lipidomics leitet. Der Forscher hat Methoden entwickelt, mit denen sich Lipide für die Analyse im Massenspektrometer gezielt fragmentieren lassen.

Den mit 12.500 Euro dotierten Preis erhält der 39-Jährige für seine herausragende Leistung zur strukturellen und örtlichen Unterscheidung von Lipiden. Heiles‘ Methoden basieren auf photochemischen Derivatisierungen (2-Benzylpyridin, 2-Acetylpyridin) und Techniken der Fragmentierung (Ultraviolett-Photodissoziation). Damit lassen sich Lipide bei der Analyse im Massenspektrometer in ihre Einzelteile zerlegen und dadurch strukturell charakterisieren. Diese Information über die Struktur gibt Aufschluss darüber, wie eine Erkrankung Einfluss auf die Lipide genommen hat. Im Gewebe von Mäusen konnte der Forscher für Diabetes (Typ I und II) und die Wurmerkrankung Schistosomiasis (Bilharziose) mit seinen Methoden zeigen, welche Lipide sich verändern und wie.

„Sven Heiles‘ Forschung ist ein wichtiger Schritt, um in Zukunft Veränderungen des Lipidstoffwechsels unterschiedlicher Erkrankungen entschlüsseln zu können. Wir gratulieren Sven Heiles und blicken seinen weiteren Arbeiten erwartungsvoll entgegen“, sagt Prof. Albert Sickmann, Vorstandsvorsitzender des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V.