Synergy Grant für die Erforschung von Tanyzyten8. November 2018 Prof. Markus Schwaninger (Foto: Universität zu Lübeck) Der Europäische Forschungsrat gewährt einen Synergy Grant mit 9,9 Millionen Euro für gemeinsames Projekt in Lübeck, Frankreich und Spanien. Prof. Markus Schwaninger, Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität zu Lübeck, wird zusammen mit zwei Forschern aus Frankreich und aus Spanien mit einem Synergy Grant des Europäischen Forschungsrates gefördert. Die drei Wissenschaftler erhalten insgesamt 9,9 Millionen Euro über sechs Jahre für ihr gemeinsames Forschungsprojekt zur Rolle bestimmter Gehirnzellen, der Tanyzyten, für ein gesundes Altern. Knapp drei Millionen Euro davon gehen an Schwaninger. Für die zunehmend älter werdende Bevölkerung in Europa ist das gesunde Altern eine wichtige Herausforderung. Im Laufe des Lebens erfordert der Erhalt von Wohlbefinden und Gesundheit einen fortwährenden Dialog zwischen Gehirn und dem übrigen Körper. Um informierte und angemessene Entscheidungen zu treffen und die Balance in den Stoffwechselvorgängen des Körpers (Homöostase) zu erhalten, muss das Gehirn wissen, was in der Peripherie vorgeht. Die wichtigste Steuerzentrale für verschiedene homöostatische Prozesse liegt im Hypothalamus. Das Team des Forschungsprojekts „Well-Aging and the Tanycytic Control of Health“ (WATCH) an den Universitäten Lille, Lübeck und Santiago de Compostela hat das Ziel, die Funktion von glialen Stützzellen im Hypothalamus, sogenannten Tanyzyten, als Vermittler der Kommunikation zwischen Hypothalamus und peripherem Körper aufzuklären. Tanyzyten liegen ideal am Boden des dritten Hirnventrikels und sind mit Blut und Gehirnwasser in Kontakt; über ihre Funktion ist aber noch wenig bekannt. Vincent Prévot (Inserm, Université de Lille, CHU de Lille), Markus Schwaninger (Universität zu Lübeck) und Ruben Nogueiras (Universidade de Santiago de Compostela) wollen neueste Techniken der molekularen und systemischen Neurowissenschaften, der Mausgenetik und der translationalen Forschung einsetzen, um die vielseitige Bedeutung von Tanyzyten zu erhellen. Die Ergebnisse sollen neue diagnostische Marker und neue therapeutische Ansätze liefern für eine Vielzahl unterschiedlicher Störungen, die das gesunde Altern gefährden.
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