Tag der Verkehrssicherheit: Bündnis fordert Warngeräusch für Elektrofahrzeuge

Ein auf Initiative des DBSV geschlossenes Bündnis fordert den sofortigen Einbau eines akustischen Warnsystems in Hybrid- und E-Fahrzeuge. Illustration: © electriceye – AdobeStock

Zum Tag der Verkehrssicherheit am 15. Juni haben sich auf Initiative des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) sieben Verbände und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern sie unter dem Motto „Elektrisch fahren tut hörbar gut!“ den sofortigen Einbau eines künstlichen Warngeräusches in alle Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

„Lautlose Elektrofahrzeuge stellen für Fußgänger und Radfahrer eine Unfallgefahr dar, die größer ist als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor“, betont das Bündnis*. Ab Juli 2021 müssten deshalb alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ein Warngeräusch von sich geben. Die dafür benötigte Technik nenne sich „Acoustic Vehicle Alerting System“, kurz AVAS.

Das Problem dieser zukünftigen Regelung erkennt das Bündnis darin, dass jedes Fahrzeug, das bereits ohne AVAS auf den Straßen fahre oder in den nächsten zwei Jahren auf die Straßen komme, dauerhaft lautlos fahren und so zu einem „gefährlichen Mischverkehr aus hörbaren und lautlosen Autos“ beitragen werde. Gefährdet seien nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen – auch für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung, Kinder, Fahrradfahrer, ältere und unaufmerksame Verkehrsteilnehmende besteht nach Ansicht des Bündnisses ein Sicherheitsrisiko. Die Bündnis-Partner appellieren deshalb an alle Käufer und Besitzer von Hybrid- und Elektrofahrzeugen, diese bereits jetzt mit einem AVAS auszustatten. Weitere Informationen unter https://www.dbsv.org/emobi.html

Statements aus dem Bündnis
„Wir danken unseren Kooperationspartnern, die uns beim Kampf für mehr Sicherheit auf den Straßen unterstützen“, sagt DBSV-Präsident Klaus Hahn. „Die Breite des Bündnisses macht deutlich, dass das Hören auf Geräusche für uns alle zur Verkehrssicherheit dazugehört und die Gefahr durch geräuschlose Fahrzeuge bei weitem nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen betrifft.“
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland e.V., ergänzt: „Für Elektrofahrzeuge brauchen wir ein verpflichtendes und an die Verkehrssituation angepasstes Signal, das von ALLEN wahrgenommen werden kann. Nur mit diesem können sich schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer, egal ob alt oder jung, im Verkehrsraum orientieren.“
Für ein schnelles Handeln plädiert Franz Müntefering, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO): „Wenn ältere Menschen von lautlos fahrenden Autos überrascht werden, ist das eine Gefahr, die zu unnötigen Unfällen führen kann. Wir dürfen nicht warten, bis noch mehr passiert. Technisch ist eine Umrüstung möglich. Dann sollten wir das jetzt machen.“

* Zum Bündnis gehören der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), die Bundesvereinigung Lebenshilfe, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, der Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS e.V.), der Sozialverband Deutschland (SoVD) und der Sozialverband VdK Deutschland.

 

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung ADFC, BAGSO, Bundesvereinigung Lebenshilfe, DBSV, Deutscher Verkehrssicherheitsrat, FUSS e.V., SoVD, Sozialverband VdK Deutschland