Tag des weißen Stockes: Warum sollten ältere Menschen Blindenschrift lernen?14. Oktober 2025 Mit Brailleschrift gekennzeichnete Dinge des täglichen Lebens, lassen sich später leichter erkennen. Das kann zu mehr Unabhängigkeit im Leben mit einer Seheinschränkung führen. Auf der beispielhaft gezeigten Dose klebt ein Etikett mit geprägten Braillebuchstaben, die das Wort „Paprika“ ergeben. Foto: © Friese/DBSV Anlässlich des internationalen Tages des weißen Stockes am 15. Oktober hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) darüber aufgeklärt, warum das Erlernen der Blindenschrift gerade im Alter wichtig sein kann. Vor 200 Jahren entwickelte der blinde Teenager Louis Braille die tastbare Blindenschrift, die nach ihm auch „Brailleschrift“ genannt wird – ein Geniestreich. Für Generationen blinder Menschen ist Braille der Schlüssel zu Kommunikation, Bildung, beruflichem Erfolg und Glück. Viele Seniorinnen und Senioren mit Augenerkrankung halten sich jedoch für zu alt, um die Schrift zu erlernen. Der DBSV weist deshalb darauf hin, dass aber gerade ältere Menschen enorm vom Erlernen der Blindenschrift profitieren können. Seheingeschränkt selbstständig zurechtfinden Braille zu beherrschen, bringt viele praktische Vorteile mit sich – selbst wenn das Entziffern anfangs etwas Zeit braucht. Mit Punktschriftkenntnissen kann man zum Beispiel selbstständig Medikamentenverpackungen auseinanderhalten. Gewürze, Tees, Dokumente und viele andere Dinge lassen sich eigenhändig mit Blindenschrift kennzeichnen und später leicht erkennen. Angenehmer Nebeneffekt: Wer Dinge derart beschriftet, muss seltener um Hilfe bitten und genießt mehr Privatsphäre. Oft ermöglicht Braille aber auch mehr Gemeinschaft. So können beispielsweise mit Punktschrift gekennzeichnete Spielkarten gemeinsam von Menschen mit und ohne Seheinschränkung genutzt werden. Auch außerhalb der eigenen vier Wände ist Punktschrift äußerst hilfreich: In Aufzügen lassen sich die richtigen Etagenknöpfe ertasten, an Türen oder Treppengeländern bieten Braille-Schilder Orientierungshilfen. Wer sich im Alter auf diese neue Art des Lesens einlässt, tut zudem aktiv etwas für seine geistige Fitness. Blindenschrift zu lernen, ist in jeglicher Hinsicht ein guter Schritt, um das Leben auch mit einer fortschreitenden Augenerkrankung wieder selbst in die Hand zu nehmen. Hier geht es zu weiteren Informationen des DBSV zum Erlernen der Blindenschrift. Auf Initiative des DBSV zählt die „Verwendung und Weitergabe der Brailleschrift in Deutschland“ seit März 2020 zum Immateriellen Kulturerbe.
Mehr erfahren zu: "Digitalisierungspläne: BVA kritisiert Referentenentwurf des GeDIG" Digitalisierungspläne: BVA kritisiert Referentenentwurf des GeDIG Im Hinblick auf den Referentenentwurf des Gesetzes für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG) warnt der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands (BVA) vor Untergrabung der Autonomie der Ärzte.
Mehr erfahren zu: "Boehringer Ingelheim stoppt Investitionen in Deutschland" Boehringer Ingelheim stoppt Investitionen in Deutschland 900 Millionen Euro, die eigentlich für hiesige Standorte des Pharma-Konzerns Boehringer Ingelheim vorgesehen waren, werden nun in anderen Weltregionen investiert. Der Unternehmenschef wählt klare Worte.
Mehr erfahren zu: "KI: Neuer Trainingsansatz stärkt künstliche Sehsysteme" KI: Neuer Trainingsansatz stärkt künstliche Sehsysteme Künstliche Intelligenz (KI) wird immer größer, datenhungriger und rechenintensiver. Doch eine neue Studie der Universität Osnabrück zeigt: Für robustes Sehen ist größer nicht immer besser. Entscheidend kann vielmehr sein, wie […]