Tattoofarbe als Verursacher von Lymphomen und Hautkrebs?

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Tätowierfarbe gelangt von der Haut ins Blut und sammelt sich bekanntermaßen in regionalen Lymphknoten an. Ob dies mit der Entstehung von verschiedenen Krebsarten in Zusammenhang steht, untersuchten Wissenschaftler auf Basis der Danish-Twin-Tattoo-Kohorte.

Der Untersuchung lag die Überlegung zugrunde, dass Tätowierfarbe an der Ablagerungsstelle Entzündungen hervorruft, die zu chronischen Entzündungen führen und das Risiko einer abnormalen Zellvermehrung erhöhen könnte – insbesondere von Hautkrebs und Lymphomen. Ein Verdacht, der sich in ihrer Analyse zu bestätigen scheint.

Um Störfaktoren gezielt zu berücksichtigen, führten die Forscher um die Epidemiologin Signe Bedsted Clemmensen von der University of Southern Denmark 2 Arten von Zwillingsstudien durch: eine Kohortenstudie mit 2367 zufällig ausgewählten Zwillingen (darunter 673 Zwillingspaare) und eine Fall-Kontroll-Studie mit 316 Zwillingen, die im Zeitraum 1960–1996 geboren wurden und von denen mindestens ein Zwilling eine Krebsdiagnose hatte (Hautkrebs, Lymphom oder Blasen-/Harnwegskrebs). Die Daten zur Exposition gegenüber Tätowierfarbe beruhten auf einer Befragung und zu Krebsdiagnosen (ICD-10) auf dem dänischen Krebsregister.

In der Fall-Kontroll-Studie ergab die Analyse auf individueller Ebene ein 1,62-fach erhöhtes Hautkrebsrisiko (alle Arten außer Basalzell­karzinom) bei tätowierten Personen (95%-KI 1,08–2,41). Eine Analyse von 14 Zwillingspaaren, die hinsichtlich der Exposition gegenüber Tätowierfarbe und Hautkrebs diskordant waren, ergab ein HR von 1,33 (95%-KI 0,46–3,84). Tätowierungen, die größer als eine Hand­fläche waren, waren in der Studie mit einem erhöhten Risiko Hautkrebs (HR 2,37; 95%-KI 1,11–5,06) und Lymphome (HR 2,73; 95%-KI 1,33–5,60) verbunden. Im Kohortenstudien-Design ergab die Analyse auf individueller Ebene eine HR von 3,91 (95%-KI 1,42–10,8) für Hautkrebs und 2,83 (95%-KI 1,30–6,16) für Basalzellkarzinome.

Fazit
„Wir sind besorgt, dass die Wechselwirkung von Tätowierfarbe mit den umgebenden Zellen schwerwiegende Folgen haben könnte“, erklären die Studienautoren abschließend. Sie empfehlen, den ätiologischen Weg der durch Tätowierfarbe induzierten Karzinogenese im Interesse der öffentlichen Gesundheit genau zu bestimmen. (ah)

Autoren: Clemmensen SB et al.
Korrespondenz: Signe B. Clemmensen; [email protected]
Studie: Tattoo ink exposure is associated with lymphoma and skin cancers – a Danish study of twins
Quelle: BMC Public Health 2025;25(1):170.
Web: https://doi.org/10.1186/s12889-025-21413-3