Teledermatologie-Studie: Hautarztbesuch online hat großes Potenzial13. März 2023 Foto: © insta_photos – stock.adobe.com Lange Wartezeiten bei ambulanten Dermatologen sind der Hauptgrund, warum Patienten sich hautärztliche Hilfe online suchen. Zwei neue Studien zeigen: Wer den digitalen Arztbesuch wagt, kommt nicht nur schneller dran, sondern wird auch gut versorgt. Bis zu 70 Prozent der Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens mindestens eine dermatologische Erkrankung, rund ein Viertel ist auf eine jährliche Behandlung angewiesen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die durchschnittliche Wartezeit für einen dermatologischen Termin in Deutschland fünf Wochen beträgt, wobei regionale Unterschiede diesen Durchschnittswert in manchen Gebieten deutlich anheben. Selbst ohne den demographischen Wandel und seine weitreichenden Folgen für das Gesundheitssystem mit einzubeziehen, lässt sich schlussfolgern, dass bereits jetzt Handlungsbedarf besteht, um die allgemeine dermatologische Versorgung zu verbessern. Erste Studien deuten an, dass Online-Plattformen für die telemedizinische Behandlung dermatologischer Krankheiten ein großes Potenzial besitzen, bestehende Versorgungslücken zu schließen und zukünftigen Herausforderungen vorzubeugen. Um den aktuellen Status teledermatologischer Behandlungen in Deutschland darzustellen und die Grundlagen für zukünftige Analysen zu liefern, beschäftigten sich die Studien von Abeck et al. mit den Auswirkungen der Telemedizin auf die hautärztliche Versorgung in Deutschland. Die Ergebnisse beweisen Effektivität und hohen medizinischen Standard des telemedizinischen Angebots in der Dermatologie und zeigen, wie wichtig ein digitales Gesundheitsangebot im Kampf gegen Versorgungslücken ist. Ergebnisse Hohe Zufriedenheit und Diagnosesicherheit auf Online-Plattformen: 86 Prozent der Befragten gaben an, mit der Betreuung mindestens genauso zufrieden zu sein wie bei einer ambulanten Konsultation. Effektiv: In 97 Prozent der Fälle konnte online eine Diagnose gestellt werden. Hohe Adhärenz in der Teledermatologie: 85 Prozent der Patienten gaben an, das Medikament genauso anzuwenden wie verschrieben. Lange Wartezeiten (62 Prozent) und Dringlichkeit einer Behandlung (49 Prozent) für einen Termin in der dermatologischen Praxis werden als häufigster Grund für das Aufsuchen einer telemedizinischen Beratung genannt. Jüngere Menschen (unter 35) mit höherem Bildungsniveau im ländlichen Raum tendieren eher dazu, eine teledermatologische Behandlung wahrzunehmen.
Mehr erfahren zu: "Hautmikrobiom weist früh auf atopische Erkrankungen hin" Hautmikrobiom weist früh auf atopische Erkrankungen hin Bestimmte mikrobielle Muster auf der Haut von Säuglingen gingen in einer Studie einer späteren Atopischen Dermatitis in Kombination mit einer Nahrungsmittelallergie voraus. Die Befunde könnten eine frühere Risikoerkennung unterstützen.
Mehr erfahren zu: "Neuer Delabeling-Pass soll falsche Penicillinallergie dauerhaft aus Patientenakte entfernen" Neuer Delabeling-Pass soll falsche Penicillinallergie dauerhaft aus Patientenakte entfernen Häufig liegt gar keine Penicillinallergie vor, auch wenn Patienten diese angeben – mit Nachteilen für die Betroffenen. Ein Delabeling-Pass soll künftig dokumentieren, wenn eine Penicillinallergie dauerhaft widerlegt ist.
Mehr erfahren zu: "GEP-Test unterstützt Therapieauswahl bei Atopischer Dermatitis" Weiterlesen nach Anmeldung GEP-Test unterstützt Therapieauswahl bei Atopischer Dermatitis Ein Genexpressionsprofil-Test identifizierte Patienten mit Atopischer Dermatitis, die unter Januskinase-Inhibitoren bessere Behandlungsergebnisse erzielten als unter einer TH2-gerichteten Therapie.