Telefonische Beratung kann Raucherentwöhnung unterstützen4. Juni 2019 © Elena Kratovich – fotolia.com Die Ergebnisse einer neuen Studie deuten darauf hin, dass eine Intervention, die neben einer Nikotinersatztherapie (nictotine replacement therapy [NRT]) mittels Pflaster aus Textnachrichten auf das Smartphone besteht, die Entwöhnungsrate bei aktiven Rauchern nicht erhöht. SMS ergänzt um eine proaktive Beratung (ebenfalls telefonisch) als begleitende Maßnahme zur NRT hingegen könnten eine wirksame Option sein. Die Wissenschaftler hatten für ihre Untersuchung 624 Zigarettenraucher rekrutiert. Primärer Endpunkt der Untersuchung war die Nikotinabstinenz nach 6 Monaten, definiert als biochemisch mittels Cotininspiegel im Speichel verifizierte Abstinenz (berechnet in einer Untergruppe von 377 Teilnehmern) sowie eine 30-tägige Abstinenz nach Angaben der Probanden selbst (berechnet bei allen 624 Teilnehmern). Von den in die Studie eingeschlossenen Rauchern waren 50,6% Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 45,8 Jahren. Von den 377 Teilnehmern, die für die biochemische Verifizierung infrage kamen, gaben 127 eine 30-tägige Abstinenz zu Protokoll und wurden um Speichelproben gebeten. Diese wurden von nur 98 Probanden abgegeben; Teilnehmer, die keine Proben abgaben, wurden als Raucher kodiert. Die biochemisch verifizierten Abstinenzraten betrugen 12% für NRT, 12% für NRT plus SMS und 25,5% für NRT plus SMS plus Telefonat. Teilnehmer aus der letztgenannten Gruppe waren 2,11-mal häufiger abstinent (95%-Konfidenzintervall [KI] 1,00–4,48) als Probanden, die ausschließlich die NRT erhielten. Die Studienautoren fanden keine Unterschiede bezüglich der biochemisch nachgewiesenen Abstinenz zwischen den Gruppen mit NRT plus SMS bzw. ausschließlich NRT. Ähnliche Zusammenhänge konnten die Forscher bei den Outcomes nach Angaben der Probanden selbst beobachten. Fazit Die Ergebnisse zeigen, dass die Zuweisung zu einer Intervention, die neben einer Nikotinersatztherapie nur aus Textnachrichten besteht, die Entwöhnungsrate nicht erhöhen kann. SMS und proaktive telefonische Beratung zusätlich können jedoch eine wirksame Option sein. (ac) Autoren: Vidrine DJ et al. Korrespondenz: Dr. Damon J. Vidrine, Stephenson Cancer Center, University of Oklahoma Health Sciences Center, Oklahoma City, OK 73104, USA; [email protected] Studie: Efficacy of Mobile Phone-Delivered Smoking Cessation Interventions for Socioeconomically Disadvantaged Individuals: A Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA Intern Med 2019;179(2):167-174. Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2018.5713