Telemedizin füllt Lücken bei Augenärzten in der Altmark

Aufgrund fehlender augenärztlicher Versorgung im Altmarkkreis Salzwedel wurde hier ein telemedizinisches Modellprojekt ins Leben gerufen, das nach positiver Bilanz in die Regelversorgung übergehen soll. Illustration: © MQ-Illustrations-stock.adobe.con

Weniger Augenärzte, mehr digitale Hilfe: In der Altmark wird ein neues Modell erprobt, wie Versorgungslücken mit Telemedizin geschlossen werden können. Jetzt wurde das erste Fazit gezogen.

Aktuell sind sieben von 159,5 Stellen nicht besetzt, wie die Kassenärztliche Vereinigung mitteilte. Die meisten offenen Stellen (3,5) gibt es im Altmarkkreis Salzwedel. In der Altmark ist zudem jeder dritte Augenarzt älter als 60 Jahre, sodass die Versorgungssituation in den nächsten Jahren schwieriger werden könnte.

Telemedizinisches Modellprojekt in Salzwedel

Um der Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Kassenärztliche Vereinigung im Jahr 2024 ein telemedizinisches Modellprojekt in Salzwedel ins Leben gerufen. In der Einrichtung gibt es keinen Arzt – die Patienten werden vor Ort ausschließlich von medizinischen Fachangestellten, Optikermeisterinnen und Optikerinnen betreut. Im Anschluss daran werden die Daten übertragen und von Augenärzten an anderen Orten ausgewertet. Die Patienten erhalten später eine Information über ihre Befundergebnisse, Folgetermine und bei Bedarf eine Überweisung zur weiterführenden Diagnostik.

Ziel: Modell in Regelversorgung überführen

Das Feedback der Patienten sei bisher sehr positiv, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Jörg Böhme. Ziel müsse es sein, dass das Modell ab 2027 in die Regelversorgung übergehe.

Das Land fördert das Modellprojekt bis Ende 2026 mit rund zwei Millionen Euro. „Telemedizin trägt zu besseren Behandlungsergebnissen bei, da spezialisiertes Wissen unabhängig vom Standort verfügbar ist, Diagnosen schneller erfolgen und Therapien früher beginnen können“, sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD). „Gleichzeitig entfallen für viele Patientinnen und Patienten lange Anfahrtswege. Gerade für ältere Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum bedeutet Telemedizin eine deutliche Entlastung.“