Telemonitoring hilft bei chronischer Herzinsuffizienz mit Depression16. Juni 2021 © Stillkost – stock.adobe.com (Symbolbild) Telemonitoring hat sich als eine neue Option in der Versorgung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (CHF) herauskristallisiert. In den meisten Telemedizin-Studien wurden Patienten mit Depression jedoch ausgeschlossen, obwohl diese eine häufige Begleiterkrankung bei HF-Patienten darstellt. Eine präspezifizierte Subgruppenanalyse der Studie TIM-HF entdeckte nun, dass die telemedizinische Betreuung die depressiven Symptome über einen Beobachtungszeitraum von 12 Monaten verbessert und einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität (QoL) bei Patienten mit CHF und moderater Depression hat. An der im „European Journal of Heart Failure“ publizierten Studie waren Kardiologen der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie aus Tübingen, Hamburg und Leipzig beteiligt. In der TIM-HF-Studie wurden 710 HF-Patienten nach dem Zufallsprinzip entweder der üblichen Versorgung (UC) oder einer telemedizinischen Intervention (TM) mit nicht invasiven Geräten zur täglichen Überwachung von EKG, Blutdruck und Körpergewicht zugewiesen, wie die Wissenschaftler um Erstautorin Dr. Johanna Köhler und Erstautor Andreas Stengel angeben. Den Schweregrad der Depression bewerteten sie anhand des 9-item Patient Health Questionnaire (PHQ-9), wobei Werte ≥10 klinisch relevante depressive Symptome definieren. Die QoL wurde über den Gesundheitsfragebogen Short Form-36 bestimmt. Zu Beginn der Studie hatten 156 Patienten einen PHQ-9-Score ≥10 Punkte (TM: 79, UC: 77) mit einem Mittelwert von 13,2 Punkten, was auf eine moderate Depressivität hinweist. Die Patienten, die in die telemedizinische Behandlung randomisiert wurden, zeigten eine Verbesserung ihrer PHQ-9-Scores, während die UC-Patienten konstant blieben (p=0,004). Die Parameter der QoL waren in der TM-Gruppe im Vergleich zu UC verbessert. Die Wissenschaftler nahmen eine Adjustierung in Bezug auf die Nachbeobachtung, die NYHA-Klasse, die Medikation, das Alter, den aktuellen Lebensstatus, die Anzahl der Krankenhausaufenthalte innerhalb der letzten 12 Monate und das Serumkreatinin vor. In der Studienpopulation ohne Depression war der PHQ-9-Score zu Studienbeginn und beim Follow-up ähnlich. Fazit Die telemedizinische Betreuung verbesserte die depressiven Symptome und beeinflusste die Lebensqualität von Patienten mit CHF und moderater Depression positiv. (ah) Autoren: Köhler J et al. Korrepsondenz: Johanna Köhler; [email protected] Studie: Telemonitoring in patients with chronic heart failure and moderate depressed symptoms: results of the Telemedical Interventional Monitoring in Heart Failure (TIM-HF) study Quelle: Eur J Heart Fail 2021;23(1):186–194. Web: https://doi.org/10.1002/ejhf.2025
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