Termine per App bei Fachärzten? Verband warnt vor falschen Erwartungen30. April 2019 Wolfgang Bärtl (© BFAV) Der Bayerische Facharztverband (BFAV) kritisiert den KBV-Vorschlag, künftig Facharzttermine einfacher online buchen zu können. “Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verspricht den Patienten mit seinem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) mehr und schnellere Termine bei Fachärzten. KBV-Vorstand Gassen legt nach und weckt mit der Ankündigung ab 2020 per App Facharzttermine einfacher online buchen zu können hohe Erwartungen bei Patienten und Politik”, schildert der Verband die Ausgangslage. “Insbesondere die grundversorgenden Fachärzte wie Gynäkologen, Orthopäden, Urologen, Dermatologen, Augen- und HNO-Ärzte, aber auch andere Fachbereiche wie Neurologen, Psychiater und Internisten arbeiten gerade in strukturschwachen Regionen bereits am Limit bzw. bereits jenseits zumutbarer und zulässiger Grenzen“, erklärt der Orthopäde und BFAV-Vorsitzende Wolfgang Bärtl und warnt vor “völlig überzogenen Erwartungen, dass mit einer Online-Terminvergabe zusätzliche Untersuchungs- und Behandlungszeiten geschaffen werden können.” Bärtl befürchtet die bevorzugte Behandlung einzelner Gruppen von Kassenpatienten, welche diskriminierend sei und zu einer Mehrklassen-Medizin innerhalb der GKV-Versicherten führe. Benachteiligt sieht er vor allem alte und chronisch kranke Patienten. Er ist überzeugt, dass “nur über eine konsequente und nachhaltige Stärkung der hoch nachgefragten Erstkontakte bei den Fachärzten der Grundversorgung mit den damit in der Regel verbundenen Grundleistungen es möglich sein wird, schnellere, patienten- und ressourcenschonendere Behandlungen zu schaffen”. Eine weitere Verstärkung des Zwanges werde hingegen immer mehr leistungsfähige Ärzte in Richtung Privatmedizin drängen.
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