Testosteron-Einnahme: Kein erhöhtes Risiko für gynäkologischen Krebs bei transmaskulinen Personen15. Mai 2025 Foto: © Zerbor/stock.adobe.com Transmaskuline und geschlechtsdiverse Menschen, die Testosteron verwenden, haben in den ersten Jahren der Hormontherapie kein erhöhtes Risiko für gynäkologischen Krebs. Dies geht aus einer neuen Studie des Amsterdam UMC, Niederlande, hervor. Transmaskulin sind Menschen, denen bei der Geburt nicht das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, die sich aber männlich oder teilweise männlich fühlen. Viele von ihnen entscheiden sich für Testosteron: eine Hormontherapie, die körperliche Veränderungen hervorruft, die eher ihrer Geschlechtsidentität und/oder ihrem Geschlechtsausdruck entsprechen. Forscher des Amsterdam UMC begleiteten 1955 junge transmaskuline und geschlechtsdiverse Personen, die durchschnittlich fünf Jahre lang Testosteron einnahmen. Sie untersuchten insbesondere das Risiko für Gebärmutter-, Eierstock-, Vagina- und Vulvakrebs während der Testosteroneinnahme. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „eClinicalMedicine“ veröffentlicht. Gebärmutterschleimhaut war noch aktiv Asra Vestering, Forscherin am Amsterdam UMC, berichtet: „Wir konnten kein erhöhtes Risiko für diese Krebsarten im Vergleich zu Frauen aus der Allgemeinbevölkerung feststellen. In der gesamten Teilnehmergruppe wurde keine dieser Krebsarten diagnostiziert. Dies sind wertvolle Informationen sowohl für medizinisches Fachpersonal als auch für transmaskuline und geschlechtsdiverse Personen, die eine Hormontherapie in Erwägung ziehen.“ Auffällig war auch, dass bei einigen Teilnehmerinnen trotz Testosteroneinnahme die Gebärmutterschleimhaut noch aktiv war oder Anzeichen eines Eisprungs beobachtet wurden. Wouter van Vugt, Co-Forscher am Amsterdam UMC, erklärt: „Dies ist nicht nur für die langfristige Gesundheit relevant, sondern bedeutet auch, dass trotz Testosteroneinnahme weiterhin eine Schwangerschaft möglich ist. Deshalb ist eine gute gynäkologische Betreuung und Verhütung für diese Gruppe auch nach Beginn der Hormontherapie unerlässlich.“ Weitere Forschung notwendig Obwohl noch keine endgültigen Schlussfolgerungen über die Auswirkungen einer langfristigen Testosteroneinnahme gezogen werden können, bieten diese Ergebnisse eine beruhigende Wirkung für Personen, die bereits mit der Testosteroneinnahme begonnen haben oder beginnen möchten. Vestering betont: „Diese Forschung liefert wichtige Erkenntnisse für eine bessere Information und Beratung transmaskuliner und geschlechtsdiverser Menschen. Gleichzeitig ist weitere Forschung zu den Auswirkungen einer langfristigen Testosteroneinnahme weiterhin notwendig, um die Versorgung noch besser auf Sicherheit und Lebensqualität abzustimmen.“
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