Theodor-Axenfeld-Preis 2021: Internationales Team um Prof. Carsten Meyer ausgezeichnet20. September 2021 Prof. Carsten H. Meyer, Erstautor der ausgezeichneten Arbeit. Foto: Meyer Ein internationales Augenärzte-Team beschreibt in der Fachzeitschrift „Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde“ ein operatives Verfahren, mit dem sich größere, beziehungsweise nach einem Eingriff fortbestehende, Makulalöcher verschließen lassen. Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) zeichnet das gesamte Team um Erstautor Prof. Carsten Meyer für diese klinische Studie mit dem von der Thieme-Gruppe gestifteten Theodor-Axenfeld-Preis aus. Bei bis zu drei von 1000 Menschen kommt es im Alter ohne erkennbaren Grund zu einem Riss der Netzhaut. Augenärzte machen eine Adhäsion mit dem Glaskörper dafür verantwortlich, dass die Retina an ihrer dünnsten Stelle, der Makula, einreißt. Um das Loch zu schließen, ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Dabei wird der Glaskörper entfernt und durch eine Flüssigkeit oder ein Gas ersetzt. In 95 Prozent der Fälle gelingt der Eingriff. Für die übrigen Fälle beschreiben die Preisträger in ihrem jetzt ausgezeichneten Beitrag ausführlich ein alternatives Verfahren. Prof. Carsten H. Meyer (Davos/Schweiz), Dr. Miriam Adamcova (Aarau/Schweiz), Eduardo Rodrigues, MD (St. Louis/USA), PD Boris Stanzel (Sulzbach/Saar) und Prof. Michael Koss (München) gehen davon aus, dass Verklebungen mit dem Gewebe unterhalb der Netzhaut einen erfolgreichen Verschluss verhindern können. Daher empfehlen sie bei fortbestehenden und großen Netzhautrissen, die Injektion von Flüssigkeit in den subretinalen Raum, um diese zu lösen. Dieses erstmals 2002 beschriebene Vorgehen führt zu sehr positiven Behandlungsergebnissen und sei von erfahrenen Chirurgen gut, sicher und schnell durchführbar. Damit die Flüssigkeit nicht sofort durch das Makulaloch entweicht, wird dieses zunächst von außen mit einem Tropfen Decalin verschlossen. Erst dann kann die Retina durch die Injektion einer Salzlösung von der subretinalen Schicht abgehoben werden. Die jetzt auf dem Untergrund schwimmende Retina glättet sich und häufig verschließt sich das Makulaloch von selbst. Der Decalin-Tropfen wird wieder entfernt. Wenn die Retina wieder flach aufliegt, können sich die Sehstörungen bessern, die bei einem Makulalochoft zu Metamorphopsien führen. Prof. Siegfried Priglinger, Editor-in-Chief der Thieme Fachzeitschrift „Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde”, hebt in seiner Laudatio hervor, dass fortbestehende oder große Makulalöcher mit konventionellen Techniken nur selten dauerhaft verschlossen werden könnten. Es sei bemerkenswert, dass die von Prof. Meyer et al. beschriebene Behandlungsstrategie eine Erfolgsrate von mehr als 80 Prozent erreiche, erklärt er. Darüber hinaus beeindruckten ihn und die weiteren Jurymitglieder die detaillierte und anschauliche Beschreibung der einzelnen Operationsschritte, welche auch für nichtchirurgisch tätige Augenärzte gut verständlich grafisch aufgearbeitet worden seien.Der Theodor-Axenfeld-Preis ist mit 1500 Euro dotiert. Publikation:Meyer CH et al.: Verschluss von persistierenden Makulalöchern durch subretinale Flüssigkeitsapplikation: technisches Vorgehen und chirurgische Überlegungen. Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde 2021;238(2):173–178.Die JuryNeben Prof. Priglinger gehören der Präsident der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft, Prof. Michael Amon, und die Präsidentin der Schweizerischen Ophthalmologischen Gesellschaft, Prof. Beatrice Früh der diesjährigen Jury an. Insgesamt begutachteten sie 64 Originalarbeiten, die im vergangenen Jahr in den „Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde“ erschienen sind.
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