Therapie des fortgeschrittenen Nasopharynxkarzinoms20. April 2022 Foto: MQ-Illustrations-stock.adobe.com Eine aktuelle Studie zeigt, dass der Zusatz von Toripalimab zu Gemcitabin und Cisplatin zur Therapie des fortgeschrittenen Nasopharynxkarzinoms in der Erstlinie sinnvoll ist. Beim rezidivierten oder metastasierten Nasopharynxkarzinom (RM-NPC) besteht die standardmäßige systemische Erstlinientherapie aus Gemcitabin plus Cisplatin (GP). Laut einer internationalen, doppelblinden Phase-III-Studie führt die Zugabe des monoklonalen PD-1-Antikörpers Toripalimab zu GP in der Erstlinie zu einem vs. Placebo plus GP überlegenen PFS. Dabei war das Sicherheitsprofil handhabbar. In dieser Studie waren 289 Patienten mit RM-NPC, die für die rezidivierte oder metastasierte Erkrankung noch keine Chemotherapie erhalten hatten, 1:1 für Toripalimab oder Placebo in Kombination mit GP alle 3 Wochen über bis zu 6 Zyklen randomisiert, gefolgt von einer Monotherapie mit Toripalimab bzw. Placebo. Der primäre Endpunkt war das PFS, beurteilt von einem verblindeten unabhängigen Prüfungsausschuss gemäß RECIST v.1.1. Bei der präspezifizierten PFSInterimsanalyse sahen die Autoren um Dr. Hai-Qiang Mai vom Sun YatSen University Cancer Center in Guangzhou, China, eine signifikante Verbesserung des PFS im Toripalimab- vs. Placebo-Arm: Das mediane PFS lag bei 11,7 vs. 8,0 Monaten (HR 0,52; 95 %-KI 0,36–0,74; P=0,0003). Eine Verbesserung des PFS konnten sie in den wichtigen Subgruppen beobachten, einschließlich bzgl. der PD-L1-Expression. Ferner stellten sie im Toripalimabvs. dem Placebo-Arm eine 40%ige Reduktion des Sterberisikos bis zum Stichtag 18.02.2021 fest (HR 0,603; 95%-KI 0,364–0,997). Die Inzidenz von UE von ≥ Grad 3 (89,0 vs. 89,5 %), UE, die zum Abbruch von Toripalimab/Placebo führten (7,5 vs. 4,9%) und tödlichen UE (2,7 vs. 2,8%) sei in beiden Armen ähnlich ausgefallen, schildert das Team. Allerdings wurden im Toripalimab-Arm häufiger immunvermittelte UE (39,7 vs. 18,9%) und Infusionsreaktionen von ≥ Grad 3 (7,5 vs. 0,7%) dokumentiert. Die Studie wird von einem Kommentar begleitet. (sf)
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