Therapie des Nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms im Stadium IV mit Treiberalterationen: ASCO Living Guideline mit neuen Empfehlungen15. April 2025 Bild: ©Ulf – stock.adobe.com Im Jahr 2022 veröffentlichte die American Society of Clinical Oncology (ASCO) Living Guidelines für die systemische Therapie von Patienten mit Nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium IV mit und ohne Treiberalterationen. Beide wurden kürzlich aktualisiert. Basierend auf routinemäßigen Literaturrecherchen (bis zum 22.08.2024) überprüfte diese Version der aktuellen Leitlinie für das NSCLC im Stadium IV mit Treiberalterationen neue Erkenntnisse, um die Aktualität der Empfehlungen zu beurteilen. Das mit der Leitlinien-Erstellung beauftragte Expertengremium sah sich Befunde aus 4 Studien an, die die Einschlusskriterien für systematische Reviews erfüllten und prüfte und genehmigte die aktualisierten Empfehlungen. Das Komitee sei sich der kürzlich erfolgten Zulassung von Repotrectinib durch die US-amerikanische Food and Drug Administration für Patienten mit fortgeschrittenem Neurotrophe-Tyrosin-Rezeptor-Kinase-Fusion-positivem Lungenkrebs bewusst und unterstütze diese, heißt es weiter. Sobald die Peer-Review-Publikation verfügbar sei, werde es die Empfehlung aktualisieren, schreiben Dr. Lyudmila Bazhenova vom San Diego Moores Cancer Center, USA, und ihre Kollegen. Zur Aktualisierung der Optionen für die Erstlinie bei EGFR-Exon-19- Deletion, Exon-21-L858R-Substitution heißt es bei Empfehlung 1.1., Ärzte sollten Osimertinib anbieten (Evidenzqualität: moderat; Empfehlungsstärke: stark). Obgleich Empfehlung 1.1 viele Patienten der Zielpopulation adressiert, werden im Leitlinienmanuskript zusätzliche Optionen vorgestellt, die auf Grundlage der geprüften Evidenz sinnvoll sein können. Die Anwendung von Osimertinib bei Patienten, die zuvor mit adjuvanten Tyrosinkinase-Inhibitoren behandelt wurden, wird in dieser Leitlinie nicht berücksichtigt. Unter Empfehlung 1.1.1. heißt es, Ärzte könnten Osimertinib in Kombination mit einer Platin-Doubletten-Chemotherapie oder Amivantamab plus Lazertinib anbieten (Evidenzqualität: moderat; Empfehlungsstärke: schwach). Zugrunde liegen Daten aus den Phase-III-Studien FLAURA 2 und MARIPOSA. Darüber hinaus haben aktuelle Ergebnisse der Phase-III-Studie PALOMA 3 die Nichtunterlegenheit der subkutanen (s.c.) Formulierung von Amivantamab gegenüber der intravenösen (i.v.) Dosierung in Kombination mit Lazertinib bei EGFR-mutationspositivem NSCLC nachgewiesen. Zur Aktualisierung der Zweitlinienbehandlung lautet Empfehlung 2.2., dass Patienten mit progredienter Erkrankung unter Osimertinib oder anderen EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) ohne neu auftretende T790M oder andere angreifbare Veränderungen eine platinbasierte Chemotherapie mit oder ohne Amivantamab angeboten werden könne (Evidenzqualität: moderat; Empfehlungsstärke: stark). Jene Patienten, die keine Amivantamab-Chemotherapie in Anspruch nehmen, könnten auch eine Chemotherapie plus Bevacizumab in Betracht ziehen, wenn sie an einem Adenokarzinom leiden und Bevacizumab als sicher erachtet werde. In Empfehlung 2.2.2. heißt es, Patienten mit progredienter Erkrankung unter EGFR-TKI würden Anti-PD-(L)1-Wirkstoffe mit oder ohne Platin-Chemotherapie nicht empfohlen (Evidenzqualität: hoch; Empfehlungsstärke: stark). (sf) Autoren: Bazhenova L et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Therapy for Stage IV Non-Small Cell Lung Cancer With Driver Alterations: ASCO Living Guideline, Version 2024.2Quelle: J Clin Oncol 2024;42(36):e72–e86. (open access)Web: doi.org/10.1200/JCO-24-02133
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