Therapietreue bei Asthma- und COPD-Patienten während der COVID-19-Pandemie: Angst vor einer Infektion hat die Adhärenz erhöht13. Dezember 2023 NAGOYA (Biermann) – Eine Auswertung von Daten zu 716 erwachsenen Patienten mit Asthma und Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die in den Jahren 2015 bis 2020 am Nagoya University Hospital in Japan behandelt wurden, hat eine Verbesserung der Adhärenz gegenüber der verordneten inhalativen Therapie während der COVID-19-Pandemie ergeben. Wie die Autoren der Studie schreiben, schien den Patienten die Notwendigkeit und der Nutzen ihrer Medikation in diesem Zeitraum stärker bewusst zu sein als vor der Pandemie, was sie dazu motivierte, eine größere Therapietreue an den Tag zu legen. Die Wissenschaftler hatten ihre Analyse vor dem Hintergrund durchgeführt, dass der Einfluss von Veränderungen im Leben von Patienten und von psychologischen Aspekten auf die Behandlungsmotivation nicht klar seien. Von den 716 in die Untersuchung eingeschlossenen Patienten erhielten 311 eine Schulung auf ihre Inhalationstherapie. Ein im Zeitraum 12.01.–31.03.2021 an alle teilnehmenden Patienten ausgegebener Fragebogen umfasste Angaben zu Krankenhausbesuchen, zur Einhaltung der Inhalationstherapie vor und während der COVID-19-Pandemie, Informationen zum Lebensstil, Erkrankungen und psychischer Belastungen der Befragten. Der Fragebogen Adherence Starts with Knowledge-12 (ASK-12) kam zum Einsatz, um Faktoren zu ermitteln, die Patienten von einer Einhaltung der verschriebenen Therapie abhielten bzw. diese erschwerten. Für die Auswertung standen den Forschenden schließlich ausgefüllte Fragebögen von 433 Betroffenen zur Verfügung. Es war zu beobachten, dass sowohl bei Asthma als auch bei COPD die Adhärenz während der COVID-19-Pandemie deutlich zunahm. Als häufigster Grund für diese verbesserte Therapietreue wurde von den Patienten die Angst vor einer Infektion genannt. Patienten mit gesteigerter Adhärenz gingen mit höherer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die ihnen verordnete Dauertherapie verhindern könnte, dass sie im Falle einer COVID-19-Erkrankung mit einem schwereren Verlauf rechnen müssten. Es zeigte sich auch, dass Asthmapatienten häufiger eine gesteigerte Adhärenz zeigten als dies bei COPD-Patienten der Fall war – ebenso wie Patienten ohne im Vergleich zu solchen mit einer Schulung und bei Patienten mit einer geringeren im Vergleich zu einer höheren Therapietreue zu Beginn. (ac) Autoren: Fukutani E et al. Korrespondenz: Keiko Wakahara; [email protected] Studie: Inhalation adherence for asthma and COPD improved during the COVID-19 pandemic: a questionnaire survey at a university hospital in Japan Quelle: J Asthma 2023;60(11):2002–2013. doi: 10.1080/02770903.2023.2209173