Tierärzte fordern Ende der Anbindehaltung12. Januar 2026 Stellen Sie sich vor, Sie wären Ihr Leben lang in jedem Augenblick aufgrund eines Rahmens/eines Strickes/einer Kette dazu gezwungen, auf der Stelle zu stehen. Auch das Hinlegen fiele Ihnen schwer und sich um die eigene Achse drehen wäre Ihnen gänzlich verunmöglicht. Eine unerträgliche Vorstellung? Genau. (Symbolbild) Foto: © agrarmotive – stock.adobe.com In einem offenen Brief an Agrarminister Rainer fordern mehr als 360 Tierärzte ein Verbot der Anbindehaltung von Rindern. Und es ist mit weiteren Unterzeichnern zu rechnen. Vor der Grünen Woche in Berlin und dem Leipziger Tierärztekongress, der am 15. Januar beginnt und mehrere tausend Tierärzte aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammenbringt, fordern zum jetzigen Zeitpunkt (12.01.2026, 22.48 Uhr) mehr als 360 Tierärzte ein rasches und verbindliches Ende der Anbindehaltung von Rindern. Den Appell an den Bundeslandwirtschaftsminister, die Anbindehaltung von Rindern zu beenden, können Tierärzte unter folgendem Link unterzeichnen: Appell: Anbindehaltung von Rindern endlich beenden | FW DE Wortlaut des Appells: Als Tierärztinnen und Tierärzte, die täglich mit der Gesundheit und dem Wohlergehen von Nutztieren befasst sind, wenden sich die Verfasser des Briefes mit großer Sorge an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Nach wie vor werden in Deutschland, insbesondere in Süddeutschland, rund eine Million Rinder in Anbindehaltung gehalten – eine Haltungsform, die aus tierärztlicher Sicht nicht vertretbar ist. Die Anbindehaltung schränkt die artgemäße Bewegungsfreiheit erheblich ein. Die Tiere können weder ihr natürliches Sozialverhalten ausleben, noch ihrem Bewegungsdrang nachkommen, führen die Tierärzte aus. Dies führt nachweislich zu physischen und psychischen Belastungen, die vermeidbar wären. Es ist die Pflicht jedes Tierarztes und jeder Tierärztin, Leiden zu verhindern. Maßnahmen, die den Tieren unnötiges Leid zufügen, verstoßen nicht nur gegen das Tierschutzrecht, sondern widersprechen auch grundlegenden Prinzipien der Tiermedizin, so der weitere Wortlaut des Schreibens. Forderung eines klaren gesetzlichen Rahmens Die Tierärzte appellieren daher eindringlich an Minister Rainer, sich für ein verbindliches und zeitnahes Ende der Anbindehaltung einzusetzen. Sie machen deutlich, dass ein klarer gesetzlicher Rahmen mit realistischen Übergangsfristen und gezielten Förderprogrammen für tiergerechte Haltungsformen notwendig ist, um Landwirtinnen und Landwirten Planungssicherheit zu geben und gleichzeitig das Tierwohl entscheidend zu verbessern. Als Fachleute für Tiergesundheit und Tierschutz stehen die Tierärzte bereit, um konstruktive Lösungen zu erarbeiten. Mehr als 360 Tierärzte und Tierärztinnen fordern darum mit großer Klarheit: Die Anbindehaltung darf nicht länger Teil der Nutztierhaltung in Deutschland sein. Die unterzeichnenden Tierärzte bitten Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, dieses wichtige Anliegen im Sinne einer zukunftsfähigen Landwirtschaft voranzubringen. Die Petition kann unter folgendem Link unterstützt werden: Appell: Anbindehaltung von Rindern endlich beenden | FW DE Petition für Verbraucher: Jetzt handeln: Anbinde-Albtraum beenden! | FW DE
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