Tinnitus bei unilateralem Hörverlust8. Januar 2020 Foto: ©Photographee.eu/Adobe Stock Ein aktuelles Review kommt zu dem Ergebnis, dass eine Cochlea-Implantation die Beschwerden durch Tinnitus bei unilateralem Hörverlust reduziert. Das folgende systematische Review bietet einen Überblick über die abrufbaren Studien (mit deskriptiver Datenanalyse und Publikationsdatum bis Januar 2018), die sich mit der Wirkung der Cochlea-Implantation (CI) auf einen Tinnitus bei Patienten mit unilateralem Hörverlust (single-sided deafness, SSD. Es wurden nur Studien berücksichtigt, die den Einfluss der CI auf Tinnitus bei SSD-Patienten evaluierten; der Tinnitus musste in den Studien mit verschiedenen Fragebögen oder anhand der visuellen Analogskala bemessen werden. Für das Review wurden die Tinnitus-Werte vor und nach CI extrahiert. Die systematische Suche erbrachte insgesamt 1028 Studien; nach Evaluation der Studientitel, der Abstracts sowie der Volltexte wurden 1011 verworfen. Von den verbleibenden 17 Studien zeigten 4 eine niedrige Evidenz oder eine hohes Verzerrungsrisiko und wurden ebenso exkludiert. Generell nahm in den 13 ausgewerteten Studien (n = 153) der Durchschnittswert der Tinnitus-Fragebögen nach CI ab. Das am häufigsten eingesetzte Befragungstool war das Tinnitus Handicap Inventory. In diesen Studien kam es bei 34,2 % der Patienten zu einer kompletten Suppression, bei 53,7 % zu einer Verbesserung und bei 7,3 % zu unveränderten Werten; keiner der Patienten berichtete von einer Induktion eines Tinnitus. Dieses Review belegt eine klare Verbesserung der Tinnitus-Beschwerden bei SSD-Patienten nach CI; daher könne Tinnitus als eine weitere Indikation für CI bei SSD betrachtet werden. (am)
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