Tinnitus mit Verlust von auditorischen Nervenfasern assoziiert8. Dezember 2023 Foto: Vadym/stock.adobe.com US-amerikanische Forschende haben einen Zusammenhang zwischen der Degeneration des Hörnervs und Tinnitus bei Personen mit normalem Hörtest aufgedeckt. Eine aktuelle Studie eines Teams des Mass Eye and Ear, Boston (USA) konnte bei Personen mit Tinnitus den Verlust von auditorischem Nervengewebe nachweisen, der nicht durch konventionelle Hörtests detektiert werden konnte. „Tinnitus-Symptome sind für viele Patienten nicht nur lästig, weil sie ein ständiges Klingeln oder andere Geräusche in den Ohren haben, sondern sie führen auch zu Schlafmangel, sozialer Isolation, Ängsten und Depressionen, beeinträchtigen die Arbeitsleistung und mindern die Lebensqualität erheblich“, so der Hauptautor Stéphane F. Maison, PhD, CCC-A, leitender Prüfarzt bei Mass Eye and Ear, Teil des Mass General Brigham, und klinischer Leiter der Mass Eye and Ear Tinnitus Clinic. „Wir werden Tinnitus erst dann heilen können, wenn wir die Mechanismen, die seiner Entstehung zugrunde liegen, vollständig verstehen. Diese Arbeit ist ein erster Schritt auf dem Weg zu unserem ultimativen Ziel, Tinnitus zum Schweigen zu bringen.“ Oft berichten von Hörverlust Betroffene auch Tinnitus. Seit langem gibt es die Hypothese, dass Tinnitus daher resultiert, dass das Gehirn versucht, eine Schwerhörigkeit auszugleichen, indem es seine Aktivität steigert, was zu Tinnitus führt. Bislang war die Hypothese umstritten, denn mitunter haben Tinnitus-Patienten normale Hörtestergebnisse. Allerdings belegten bereits frühere Arbeiten aus dem Mass Eye and Ear, dass Patienten mit laut Hörtest normalem Gehör, eine signifikante Schädigung des Hörnervs haben können: cochleäre Synaptopathie, verborgener Höverlust. Angesichts dieses Paradigmenwechsels in Bewertung des Hörverlusts, wollten Maison und sein Team herausfinden, ob solche versteckten Schäden mit den Tinnitus-Symptomen verbunden sein könnten, die bei einer Kohorte normal hörender Teilnehmer auftreten. In die Studie eingeschlossen wurden 294 Personen zwischen 18 und 71 Jahren mit normalen audiometrischen Schwellenwerten für beide Ohren und mit mittleren Schwellenwerten im erweiterten Hochtonbereit (EHFs) (9-16 kHz) ≤ 20 dB HL. Insgesamt 201 Studienteilnehmer gaben an, nicht unter Tinnitus zu leiden, bei 64 Personen lag temporärer Tinnitus vor und 29 litten unter chronischem Tinnitus, definiert als konstanter, subjektiv wahrgenommener Tinnitus für mindesten sechs Monate. Durch die Messung der Reaktion des Hörnervs und des Hirnstamms fanden die Forscher heraus, dass chronischer Tinnitus nicht nur mit einem Verlust des Hörnervs verbunden ist, sondern dass die Teilnehmer auch eine Hyperaktivität im Hirnstamm aufweisen. „Unsere Arbeit bringt die Idee in Einklang, dass Tinnitus durch einen Verlust an Nervengewebe des Hörnervs ausgelöst werden kann, auch bei Menschen mit normalem Gehör“, so Maison. Für die Zukunft wollen die Forscher die jüngsten Arbeiten zur Regeneration des Hörnervs mithilfe von Medikamenten, den Neurotrophinen, nutzen.
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