Transitorische ischämische Attacke mit erhöhtem Demenzrisiko assoziiert6. Oktober 2026 Symbolbild © rob3000/stock.adobe.com Eine transitorische ischämische Attacke (TIA) ist mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Demenz assoziiert; dies geht aus einer neuen kanadischen Studie hervor, die in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht wurde. Bei einer TIA wird die Durchblutung eines Teils des Gehirns vorübergehend unterbrochen, was zu schlaganfallähnlichen Symptomen führt, die innerhalb eines Tages wieder verschwinden, ohne dass in bildgebenden Verfahren des Gehirns ein Schlaganfall sichtbar ist. Sie kann ein Vorbote eines voll ausgeprägten Schlaganfalls sein. „Nach einer transitorischen ischämischen Attacke ist ein erhöhtes Schlaganfallrisiko hinlänglich bekannt, doch über das Demenzrisiko liegen weniger Informationen vor“, erklärt Studienautor Dr. Raed A. Joundi. „In unserer Studie entwickelte einer von fünf Menschen, die eine TIA erlitten hatten, im Verlauf von durchschnittlich sieben Jahren eine Demenz.“ Mehr als 113.000 Menschen untersucht Für die Studie werteten Forschende Gesundheitsdaten aus zwei Jahrzehnten in Ontario aus und identifizierten 113.081 Personen mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren, die erstmals eine TIA erlitten hatten und bei denen zuvor keine Demenz diagnostiziert worden war. Diese Teilnehmenden wurden hinsichtlich Alter, Geschlecht und Gesundheitsfaktoren wie Diabetes und Blutdruck mit Personen verglichen, die weder einen Schlaganfall noch eine Demenz hatten. Zudem erfolgte ein separater Vergleich mit Personen, die erstmals einen Schlaganfall erlitten hatten. Die Teilnehmenden wurden über einen Zeitraum von durchschnittlich sieben Jahren beobachtet. In dieser Zeit erhielten 19 Prozent der Personen mit TIA eine neue Demenzdiagnose, verglichen mit 15 Prozent der Personen ohne Schlaganfall oder TIA und 20 Prozent der Personen mit Schlaganfall. Bei den Personen mit TIA traten 2,71 neue Demenzfälle pro 100 Personenjahren auf, bei den Personen ohne TIA waren es 2,03 Fälle pro 100 Personenjahre. Risiko im ersten Jahr besonders hoch Die Forschenden stellten fest, dass das Risiko, eine Demenz zu entwickeln, im ersten Jahr nach einer TIA am höchsten war. Nach einer Angleichung hinsichtlich Alter, Geschlecht, Wohnort (städtisch oder ländlich) sowie vaskulärer Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes wiesen Personen, die eine TIA erlitten hatten, im ersten Jahr ein um 75 Prozent höheres Demenzrisiko auf als Personen ohne Schlaganfall. Die Forschenden berichten, dass das Risiko zwar sank, aber über einen Zeitraum von 20 Jahren erhöht blieb, wobei sich ein insgesamt um 34 Prozent höheres Risiko ergab. Im Vergleich zu Personen, die einen Schlaganfall erlitten hatten, wiesen Personen mit einer TIA im ersten Jahr ein um 33 Prozent geringeres Demenzrisiko auf; nach fünf Jahren war das Risiko jedoch vergleichbar. Über den gesamten Beobachtungszeitraum entwickelten Menschen nach einer TIA sogar dreimal häufiger eine Demenz als einen Schlaganfall zu erleiden. „Eine TIA ist mit einem erheblichen und anhaltenden Anstieg des Demenzrisikos verbunden“, erklärt Joundi. „Zudem tritt eine Demenz nach einer TIA weitaus häufiger auf als ein Schlaganfall. Dies unterstreicht, dass Präventionsstrategien nach einer TIA über die Schlaganfallvorbeugung hinausgehen und Demenz als wichtige langfristige Komplikation berücksichtigen sollten.“ Eine Einschränkung der Studie bestand darin, dass den Forschenden keine detaillierten bildgebenden Aufnahmen des Gehirns vorlagen, um festzustellen, ob bei den Teilnehmenden zu Beginn oder während der Studie bereits eine unerkannte Erkrankung vorlag. (lj/BIERMANN)
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