Transorale Lasermikrochirurgie bei Kehlkopfkrebs oberhalb der Stimmlippen14. Mai 2021 Foto: Piron Guillaume/unsplash Die auf dem diesjährigen Kongress der DGHNO-KHC vorgestellte SUPRATOL-Studie ist die erste multizentrische Studie, die die Effektivität der Methode prüft – mit bislang sehr guten Ergebnissen. “Wir konnten erstmals zeigen, dass die günstigen Ergebnisse für die transorale Lasermikrochirurgie beim supraglottischen Larynxkarzinoms in einer multizentrischen Studie reproduzierbar waren”, betonte Prof. Petra Ambrosch, Kiel, im Vorfeld des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf-Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC). Ambrosch leitet die wissenschaftsiniziierte Studie zusammen mit Prof. Andreas Dietz, Leipzig. Bisher liegen zur transoralen Lasermikrochiurgie (TLM) Ergebnisse aus Kohortenstudien zu verschiedenen Organtumoren vor, die zeigen konnten dass die TLM hinsichtlich onkologischer Ergebnisse und der Häufigkeit von Rezidiven anderen Operationsmethoden vergleichbar sind, wie Ambrosch erläuterte. “Aber diese Technik ermöglicht es, wesentlich schonender vorzugehen”, so Ambrosch weiter. Stimme und Schluckfunktion könnten wesentlich besser erhalten werden. Die multizentrische SUPRATOL-Studie hat das Ziel, die funktionellen Ergebnisse der TLM beim supraglottischen Larynxkarzinom zu evaluieren. Primärer Endpunkt der Studie ist die posttherapeutische Kehlkopffunktion und die sekundären Endpunkte sind onkologische Parameter, etwa Rezidivrate und Überleben, sowie die Lebensqualität der Patienten. Alle deutschen HNO-Kliniken konnten an der Studie teilnehmen. Insgesamt wurden für die Studie 102 Patienten von 26 Kliniken rekrutiert. Wie Ambrosch ausführte, bestand die standardisierte chirurgische Therapie in der Kehlkopfteilentfernung mittels TLM und der Entfernung der Halslymphknoten. Wenn erforderlich wurde eine postoperative Strahlentherapie durchgeführt. Innerhalb des Nachbeobachtungszeitraums von zwei Jahren gab es insgesamt sieben Untersuchungen. Geprüft wurde die Schluckfunktion mittels Flexibler Endoskopischer Evaluation des Schluckens (FEES). Außerdem wurde die schluck- und stimmbezogene Lebensqualität per Fragebogen erfasst. “96,5 Prozent der Patienten hatten ein Jahr nach der Operation eine sehr gute Schluckfunktion und sechs Monate nach der Operation entsprach die Lebensqualität den präoperativen Werten”, fasste Ambrosch erste Studienergebnisse zusammen. Nur über solche multizentrischen Studien ließe sich die nötige Evidenz generieren, um neue Operationsmethoden flächendeckend zu etablieren, betonte Ambrosch. (ja)
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