„Treat-to-Target“ bei Psoriasis – Definition von Behandlungszielen

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Das Behandlungskonzept „Treat-to-Target“ verbessert Behandlungsergebnisse und reduziert Kosten bei der Behandlung chronischer Erkrankungen. Das Konzept hat bisher noch keinen festen Platz in der Behandlung der Psoriasis gefunden.

Ziel einer aktuellen Arbeit britischer Dermatologen um Dr. Satveer Mahil vom St John‘s Institute of Dermatology, Guy‘s and St Thomas‘ NHS Foundation Trust, London, die kürzlich im „British Journal of Dermatology“ publiziert wurde, war die Identifizierung von Behandlungszielen bei der Psoriasis-Therapie, wobei zwei allgemeingültige Mess­verfahren Anwendung fanden: der Psoriasis Area and Severity Index (PASI) sowie das Physician‘s Global Assessment (PGA).

Die Erhebungsdaten stammen aus einer multizentrischen Kohorte britischer Psoriasis-Patienten, die eine systemische Therapie oder eine Behandlung mit Biologika durchlaufen (British Association of Dermatologists Biologics and Immunomodulators Register, BADBIR).Mithilfe dieser Daten wurden absolute Schwellenwerte für Verbesserungen gemäß PASI 90 bzw. PASI 75 festgelegt. Der Zusammenhang zwischen dem PGA und dem PASI wird in der Arbeit beschrieben und die Konkordanz zwischen absoluter und relativer Definition des Behandlungsansprechens festgestellt. Ein solcher Ansatz wurde auch bei der Etablierung des auf dem PGA basierenden Behandlungsansprechen angewendet.

Im Rahmen der Studie wurden die Daten von 13.422 Patienten (58 % Männer, Durchschnittsalter 44,9 Jahre) ausgewertet, die 23.000 Längsschnittwerte aus PASI und PGA beinhalteten. Ein absoluter PASI ≤ 2 erwies sich in 90 % der Fälle übereinstimmend mit PASI 90, ein absoluter PASI  ≤ 4 in 88 % der Fälle als übereinstimmend mit PASI 75. Diese Erkenntnis erwies sich hinsichtlich von Subgruppen (Zeitpunkt der Untersuchung, Schweregrad der Krankheit zu Baseline, Behandlungsmodalitäten) als robust. PASI und PGA korrelierten stark miteinander (Koeffizient der Spearmanschen Rangkorrelation 0,92). Das Fazit der Wissenschaftler lautet: Ein absoluter PASI ≤ 2 und ein PGA erscheinungsfrei/fast erscheinungsfrei repräsentieren relevante Endpunkte der Krankheit, anhand derer Managementstrategien gemäß des Treat-to-Target-Konzepts entwickelt werden können.

Die Definition eines absoluten Endpunkets der Krankheitsaktivität trage das Potenzial in sich, Patientenresultate zu verbessern und Kosten zu reduzieren, so die Autoren in ihrer Schlussfolgerung. Der häufig beim Management der Psoriasis angewendete PASI hingegen ist in seiner Aussagekraft über die Krankheitsaktivität eingeschränkt, da er bspw. vom Schweregrad zu Baseline abhängig ist. Ein PGA von erscheinungefrei/fast erscheinungsfrei könne als angemessenes, alternatives, absolutes Therapieziel angesehen werden. (am)