Treat-to-Target: LDL-Cholesterinsenkung bei Patienten mit Koronarer Herzerkrankung

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Bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit (KHK) wird in einigen Leitlinien eine anfängliche Behandlung mit hochdosierten Statinen empfohlen, um eine ≥50%ige Senkung des LDL-Cholesterins (LDL-C) zu erreichen. Ein alternativer Ansatz besteht darin, mit Statinen mittlerer Intensität zu beginnen und auf ein bestimmtes LDL-C-Ziel zu titrieren (Treat-to-Target).

Dieser Ansatz ist ersterem im Hinblick auf ein 3-Jahres-Kompositum aus Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall oder koronare Revaskularisation nicht unterlegen, wie eine randomisierte, multizentrische Studie im Fachmagazin „JAMA“ zeigt.

Die Studie wurde zwischen 2016 und 2022 mit 4400 KHK-Patienten an 12 Zentren in Südkorea durchgeführt. Nach dem Zufallsprinzip wurden diese 1:1 entweder der Treat-to-Target-Strategie zugewiesen, bei der ein LDL-C-Wert zwischen 50 und 70 mg/dl angestrebt wurde, oder einer hochintensiven Statinbehandlung, die aus Rosuvastatin, 20 mg, oder Atorvastatin, 40 mg, bestand. 4341 Patienten (98,7%) schlossen die Studie ab (mittleres Alter 65,1 ±9,9 Jahre; 27,9% Frauen).

In der Treat-to-Target-Gruppe (n=2200) mit einer Nachbeobachtungszeit von 6449 Personenjahren wurden 43% der Patienten mit einer mittelintensiven und 54% mit einer hochintensiven Dosierung behandelt. Der mittlere LDL-C-Spiegel über 3 Jahre betrug 69,1 ±17,8 mg/dl in der Treat-to-Target-Gruppe und 68,4 ±20,1 mg/dl in der hochintensiven Statin-Gruppe (p=0,21; verglichen mit der Treat-to-Target-Gruppe).

Primärer Endpunkt war ein 3-Jahres-Kompositum aus Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall oder koronarer Revaskularisierung mit einer Nichtunterlegenheitsmarge von 3,0 Prozentpunkten. Dieser trat bei 177 Patienten (8,1%) in der Treat-to-Target-Gruppe und bei 190 Patienten (8,7%) in der hochintensiven Statin-Gruppe auf (absoluter Unterschied −0,6 Prozentpunkte; obere Grenze des 1-seitigen 97,5%-KI 1,1 Prozentpunkte; p<0,001 für Nichtunterlegenheit).

Fazit
„Diese Ergebnisse liefern zusätzliche Belege für die Eignung einer Treat-to-Target-Strategie, die einen maßgeschneiderten Ansatz unter Berücksichtigung der individuellen Schwankungen beim Ansprechen auf eine Statintherapie ermöglichen kann“, folgern die Studienautoren um Sung-Jin Hong vom Yonsei University College of Medicine in Soul (Südkorea). (ah)

Autoren: Hong SJ et al.
Korrespondenz: Myeong-Ki Hong; [email protected]
Studie: Treat-to-Target or High-Inten­sity Statin in Patients With Coronary Artery Disease: A Randomized Clinical Trial
Quelle: JAMA 2023;329(13):1078–1087.
Web: https://doi.org/10.1001/jama.2023.2487