Trikuspidalklappenersatz mit dem Herzkatheter: HDZ NRW setzt Meilenstein13. Oktober 2021 Konzentration im Herzkatheterlabor: Volker Rudolph (2.v.r.) und Oberarzt Kai Peter Friedrichs (Mitte) sind Spezialisten für interventionelle Kardiologie am HDZ NRW. Foto: Marcel Mompour/HDZ NRW Kardiologen am HDZ NRW, Bad Oeynhausen, haben erstmals eine Trikuspidalklappe mit dem Herzkatheter ersetzt. Weitere Einsätze sollen im Rahmen einer großen internationalen Zulassungsstudie erfolgen. Die auf der rechten Herzseite gelegene Trikuspidalklappe mit einem schonenden Katheterverfahren zu ersetzen, galt lange Zeit als gar nicht möglicher Eingriff. Doch jetzt scheint ein solcher Durchbruch auf dem Gebiet der interventionellen Kardiologie gelungen: Am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, führten Prof. Volker Rudolph, Direktor der Klinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie und Angiologie, und Oberarzt Dr. Kai Peter Friedrichs erstmals einen kathetergeführten Trikuspidalklappenersatz erfolgreich durch. Studie soll Verfahren mit medikamentöser Therapie vergleichen Wissenschaftliche Untersuchungen aus den USA hatten bereits angekündigt, dass der innovative Klappenersatz für die Trikuspidalklappe künftig in Europa angeboten werden könnte. „Eine große amerikanisch-europäische Studie wird jetzt überprüfen, in welchem Umfang die betroffenen Patienten davon im Vergleich zu einer medikamentösen Therapie profitieren“, erläutert Rudolph. Der erfahrene Kardiologe geht davon aus, dass dies besonders bei Patienten mit Risikofaktoren aufgrund von Begleiterkrankungen oder eines hohen Alters der Fall sein könnte. „Es stimmt uns schon sehr zuversichtlich, für diese Menschen wohl zukünftig eine weitere Behandlungsmöglichkeit anbieten zu können. In jedem Falle gilt es wie bei anderen Eingriffen am Herzen auch, dabei die individuelle Situation und die jeweiligen Therapieaussichten im Hinblick auf die bestmögliche Lebensqualität vorher genau abzuwägen.“ Im Rahmen der jetzt beginnenden randomisierten Zulassungsstudie (TRISCEND II) für Europa wird in Bad Oeynhausen zunächst nur eine limitierte Anzahl von streng ausgewählten Patienten einen Trikuspidalklappenersatz mittels Herzkatheter erhalten. Neben dem HDZ NRW sind weitere Herzzentren beteiligt. Auf dem Gebiet der kathetergestützten Herzklappenverfahren zählt das Bad Oeynhausener Herzzentrum ebenso wie bei den operativen herzchirurgischen Verfahren laut eigenen Angaben zu den bundesweit führenden Einrichtungen. „Die meisten Eingriffe werden an den beiden Herzklappen durchgeführt, die sich auf der linken Seite des Herzens befinden, das sind die Aortenklappe und die Mitralklappe“, erläutert Friedrichs. Aufgrund einer zunehmend höheren Lebenserwartung sei mit einer steigenden Zahl behandlungsbedürftiger Trikuspidalklappenerkrankungen zu rechnen. Klappendefekte können angeboren sein oder im Laufe des Lebens, zum Beispiel durch rheumatisches Fieber, Erkrankungen der Lunge oder auch ohne erkennbare Auslöser entstehen. Früher Eingriff soll Folgeschäden vermeiden „Während Eingriffe an der Trikuspidalklappe früher meist erst dann durchgeführt wurden, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten war, versuchen wir heute, durch einen frühzeitigen Eingriff die Entstehung von Folgeschäden zu vermeiden“, beschreibt Rudolph die gängige Behandlungsstrategie. „Hochmoderne, schonende Katheterverfahren und eine entsprechende Ausstattung und Erfahrung ermöglichen zunehmend auch die Behandlung von Patienten mit einem höheren Operationsrisiko. Auch einhergehende Probleme an weiteren Herzklappen mitzubehandeln, ist keine Seltenheit mehr. Neben der Reparatur mit Clip oder Ring steht uns am HDZ mit der neuen Klappenprothese jetzt ein weiteres Verfahren zur Verfügung, so dass das Spektrum der Patienten, die behandelt werden können, immer weiter ausgedehnt werden kann.“
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