Trockene AMD: Stammzellimplantat zur Wiederherstellung der Netzhaut7. Januar 2026 Eine klinische Studie der Phase 2b untersucht, ob durch Bioengineering hergestellte Stammzellen, defekte Zellen in der durch trockene AMD geschädigten Netzhaut ersetzen und so das Sehvermögen wiederherstellen können.Foto.©Regenerative Patch Technologies LLC Eine neuartige klinische Studie untersucht, ob ein aus Stammzellen hergestelltes Implantat beschädigte Zellen bei trockener altersbedingter Makuladegeneration (AMD) ersetzen und das Sehvermögen wiederherstellen kann. Forscher des Roski Eye Institute, Teil der Keck School of Medicine der University of Southern California (USC), Los Angeles, USA, starten eine klinische Studie der Phase 2b. In dieser soll geprüft werden, ob biotechnologisch hergestellte Stammzellen, durch AMD geschädigte Zellen in der Netzhaut ersetzen und das Sehvermögen wiederherstellen können. Die Zellen werden an einem Implantat befestigt. Dieses ultradünne Pflaster, das dünner als ein Haar ist, soll die Zellen an Ort und Stelle halten. Implantat zeigt gute Verträglichkeit und Integration ins Netzhautgewebe „Wir hoffen herauszufinden, ob das auf Stammzellen-basierende Netzhautimplantat nicht nur das Fortschreiten der trockenen altersbedingten Makuladegeneration aufhalten, sondern auch das Sehvermögen der Patienten verbessern kann”, erklärte Dr. Sun Young Lee, Netzhautchirurg bei Keck Medicine und Hauptforscher der Keck Medicine-Studie. „Die Ergebnisse könnten bahnbrechend sein. Denn obwohl es einige Behandlungen gibt, die das Fortschreiten der Makuladegeneration verzögern, gibt es keine, die bereits entstandene Schäden rückgängig machen können.“ Die klinische Studie baut auf frühen Forschungen des USC Roski Eye Institute auf. Dort zeigten Untersuchungen an einer kleinen Patientengruppe, dass das Implantat gut verträglich ist, im Auge verbleibt und erfolgreich ins Netzhautgewebe integriert wird. Bei 27 Prozent der Patienten verbesserte sich zudem das Sehvermögen. „Die frühere Phase der klinischen Studie hat gezeigt, dass die Behandlung sicher ist und das Sehvermögen der Patienten verbessern kann. In der nächsten Phase wird untersucht, ob die Therapie zu klinisch signifikanten Verbesserungen des Sehvermögens führen kann“, so Lee. Der Netzhautchirurg ist auch außerordentlicher Professor für Augenheilkunde, Physiologie & Neurowissenschaften an der Keck School of Medicine der USC. Funktionsweise des Netzhautimplantates Das in der klinischen Studie verwendete Netzhautimplantat wird aus embryonalen Stammzellen gewonnen. Diese werden dann im Labor zu retinalen Pigmentepithel(RPE)-Zellen gezüchtet. In einem ambulanten chirurgischen Eingriff wird eine winzige Schicht der im Labor hergestellten RPE-Zellen in die Netzhaut implantiert. „Die Studie wird untersuchen, ob das im Labor hergestellte Implantat die beschädigten Zellen ersetzen, wie normale RPE-Zellen funktionieren und das Sehvermögen von Patienten verbessern kann, für die es derzeit möglicherweise keine anderen Verbesserungsmöglichkeiten gibt“, erörterte Dr. Rodrigo Antonio Brant Fernandes, Augenarzt bei Keck Medicine und Chirurg der Studie. Details zur klinischen Studie Keck Medicine ist einer von fünf Standorten in den USA, an denen Patienten für die klinische Studie rekrutiert werden. Die Studie ist maskiert. Einige der teilnehmenden Patienten erhalten das Implantat, während andere ein simuliertes Implantat bekommen. Teilnahmeberechtigt sind Patienten im Alter zwischen 55 und 90 Jahren mit fortgeschrittener trockener AMD und der Diagnose einer geografischen Atrophie. Das bedeutet, die RPE-Zellen müssen beschädigt sein oder dürfen nicht funktionieren. Die Patienten sollen mindestens ein Jahr lang überwacht werden. So wollen die Forscher feststellen, wie das Implantat vertragen wird und ob sich Veränderungen des Sehvermögens ergeben. Die Wissenschaftler hoffen, 24 Patienten in ihre Studie aufnehmen zu können. Weiterführende Informationen zur Studie, können bei Mariana Edwards ([email protected]) oder Kimberly Rodriguez ([email protected]) erfragt werden.
Mehr erfahren zu: "Augenerkrankungen: Kardiovaskulärer Risikowert könnte Früherkennung verbessern" Augenerkrankungen: Kardiovaskulärer Risikowert könnte Früherkennung verbessern Eine neue US-amerikanische Studie zeigt, dass ein Routine-Screening-Tool für die Herzgesundheit Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Augenerkrankungen identifizieren kann.
Mehr erfahren zu: "Stromausfall: Grundbetrieb in Kliniken per Notstrom für einen Tag möglich" Stromausfall: Grundbetrieb in Kliniken per Notstrom für einen Tag möglich Eine Notstromversorgung hält OP-Säle und Intensivstationen in Kliniken am Laufen – doch was passiert, wenn der Blackout länger dauert? Sachsens Kliniken verraten, wo dann die Grenzen liegen.
Mehr erfahren zu: "Ärztepräsident fordert Zucker- und Alkohol-Abgabe" Ärztepräsident fordert Zucker- und Alkohol-Abgabe Bessere Gesundheit für die Menschen in Deutschland, vielleicht sogar mehr Lebensjahre? Mit solchen Versprechen wirbt der Ärztepräsident für eine neue Zucker- und Alkohol-Abgabe.