Tuberkulose: Neue klinische Standards stärken „Antimicrobial Stewardship“ in der Versorgung7. Januar 2026 Abbildung: © Liliia/stock.adobe.com Neue Empfehlungen zielen darauf ab, Tuberkulose stärker in „Antimicrobial Stewardship“-Strukturen zu verankern, das Resistenzmonitoring und die Diagnostik zu optimieren und die Qualität der Therapie nachhaltig zu verbessern. Tuberkulose (TB) trägt in erheblichem Maße zur globalen Last antimikrobieller Resistenzen bei. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Mycobacterium tuberculosis mit Resistenz gegen das Antibiotikum Rifampicin in der Liste der vorrangigen bakteriellen Krankheitserreger (Bacterial Priority Pathogens List) 2024 als Pathogen mit hoher Priorität ein. Besonders besorgniserregend ist die zunehmende Resistenz gegenüber neueren Schlüsselmedikamenten wie Bedaquilin, da dadurch die in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritte in der Behandlung der medikamentenresistenten TB gefährdet werden. In vielen Bereichen der Infektionsmedizin sind koordinierte Strategien zur gezielten, evidenzbasierten und sicheren Anwendung von Antiinfektiva im Rahmen eines „Antimicrobial Stewardship“ (AMS) fest etabliert. Für die Tuberkuloseversorgung jedoch fehlte bislang ein spezifisches, klinisch anwendbares Konzept. Ein solches hat eine internationale von Forschenden aus 32 Ländern nun im „International Journal of Tuberculosis and Lung Disease“ publiziert. Tuberkulose in bestehende AMS-Strukturen integrieren Die Entwicklung der Standards erfolgte im Rahmen eines strukturierten Delphi-Verfahrens. Ziel der Standards ist es, TB systematisch in bestehende AMS-Strukturen zu integrieren und die Überwachung und das Resistenzmonitoring zu stärken. Außerdem sollen sie zu einem besseren Zugang zu zeitnaher und umfassender Resistenztestung führen und dazu, dass die Qualität der TB-Therapie konsequent an Wirksamkeit, Sicherheit und Resistenzvermeidung ausgerichtet wird. Dazu gehören unter anderem strukturierte Konsiliardienste, eine gezielte Testung und präventive Behandlung von Risikogruppen sowie eine engmaschige klinische und mikrobiologische Therapiekontrolle.„Antimikrobielle Resistenzen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die in den letzten Jahren erzielten Fortschritte in der Tuberkulosebehandlung dar“, unterstreicht Erstautor Dr. Thomas Theo Brehm vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum. „Mit diesen klinischen Standards wollen wir dazu beitragen, dass Tuberkulose auch in Zukunft wirksam, sicher und verantwortungsvoll behandelt werden kann.“
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