Typ-1-Diabetes: Blutzuckereffekt auf kardiovaskuläre Erkrankungen sinkt im Laufe des Lebens17. November 2017 Symbolbild: Diabetes © Photographee.eu – fotolia.com Chronische Hyperglykämie, gemessen anhand der HbA1c-Werte, ist einer der Hauptrisikofaktoren für Atherosklerose und kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) bei Typ-1-Diabetes. Doch eine neue Analyse der DCCT/EDIC-Studie zeigt: Mit zunehmendem Alter der Teilnehmer wird die prädiktive Assoziation von mittlerem HbA1c-Wert und späteren CVD-Ereignissen immer mehr durch seinen Effekt auf Standardrisikofaktoren aufgehoben. Demzufolge könnte das Management traditioneller, nicht glykämischer kardiovaskulärer Risikofaktoren in einer alternden Typ-1-Diabetes-Population mit langjähriger Hyperglykämie einen zunehmenden Nutzen haben. DCCT und EDIC beobachteten 1441 Studienteilnehmer über im Mittel 27 Jahre. Der HbA1c-Wert und Risikofaktoren wurden in regelmäßigen Abständen ermittelt. Die Assoziation des HbA1c-Wertes mit CVD-Outcomes blieb über die Zeit stabil, während die Assoziation mit traditionellen Risikofaktoren (systolischer Blutdruck, Pulsfrequenz, Triacylglycerole und LDL-Cholesterin) zunahm. Nach 10 Jahren Follow-up wurde der Effekt des HbA1c-Wertes auf das 10-Jahres-CVD-Risiko nur minimal durch den systolischen Blutdruck (2,7 %) mediiert, nach 20 Jahren waren es schon 26 %. Gleichermaßen stieg vom 10-Jahres- bis zum 20-Jahres-Follow-up der Anteil des HbA1c-Effektes, der durch die Pulsfrequenz mediiert wurde, von 6,3 auf 29,3 %, der durch Triacylglycerole von 2,2 auf 22,4 % und der durch LDL-Cholesterin von 9,2 auf 30,7 %. Autoren: Bebu I et al. Korrespondenz: The Biostatistics Center, The George Washington University, Rockville, MD, USA Studie: The relationship of blood glucose with cardiovascular disease is mediated over time by traditional risk factors in type 1 diabetes: the DCCT/EDIC study Quelle: Diabetologia 2017 Oct;60(10):2084–2091 Web: link.springer.com/journal/125