Typ-1-Diabetes: Risikofaktoren einer diabetischen Katarakt bei Kindern und Jugendlichen17. August 2022 Symbolbild.©Maya Kruchancova-adobe.stock.com Eine Studie zur Untersuchung der diabetischen Katarakt bei Typ-1-Diabetes (T1D) in einer großen pädiatrischen Kohorte zeigte, dass weibliches Geschlecht, ein höheres Alter bei der Diagnose des T1D und ein höherer HbA1c-Wert entscheidende Risikofaktoren für die Entwicklung der diabetischen Katarakt sind. Reiter und Kollegen von der Universitäts-Kinderklinik Augsburg werteten für die Studie insgesamt 92.633 Patienten im Alter von sechs Monaten bis 21 Jahre aus dem Deutsch/Österreichischen Multizentrischen Diabetesregister (DPV) aus. Von 235 Patienten (0,25%) mit diabetischer Katarakt konnten 200 näher kategorisiert werden: 67 mit früher (3 Monate vor Diabetesbeginn bis 12 Monate danach), 133 mit später Katarakt (>12 Monate nach Diabetesbeginn). Um klinische Parameter bei Diabetesbeginn zu vergleichen, wurden Alters- und geschlechtsbereinigte Regressionsmodelle verwendet. Für Patienten mit Spätkatarakt wurden Regressionsmodelle für den gesamten Dokumentationszeitraum implementiert und zusätzlich für die Diabetesdauer adjustiert. Zu Beginn des Diabetes zeigt die Rate der Kataraktentwicklung einen Höhepunkt und nimmt mit längerer Diabetesdauer ab. Vor allem Mädchen und junge Frauen mit starkem Übergewicht überwogen deutlich bei mit Katarakt Betroffenen. Patienten, die eine frühe Katarakt entwickelten, waren bei Diabetesbeginn älter (12,8 Jahre [11,8/13,9] vs. 8,9 [8,9/9,0]; p < 0,001) und wiesen einen höheren HbA1c auf als ohne Katarakt (9,0 % [8,55/9,38] vs. 7,6 % [7,60/7,61]; p < 0,001). Sie hatten ein geringeres Größen-SDS (–0,22 [–0,48/0,04] vs. 0,25 [0,24/0,26]; p < 0,001) und Gewicht-SDS (–0,31 [–0,55/–0,08] vs. 0,21 [0,20/ 0,21], p < 0,001) sowie einen niedrigeres BMI-SDS (−0,25 [−0,49/−0,02] vs. 0,12 [0,12/0,13]); p = 0,002). Patienten mit später Katarakt zeigten einen höheren HbA1c-Wert zum Anfang des Diabetes (8,35 % [8,08/8,62] vs. 8,04 % [8,03/8,05]; p = 0,023) und einen höheren mittleren HbA1c-Wert während des gesamten Dokumentationszeitraums (8,00 % [7,62/8,34] vs. 7,62 % [7,61/7,63]; p = 0,048). Laut der Autoren könnte die Hyperglykämie-induzierte osmotische Schädigung der Linsenfasern zu Beginn des Diabetes der entscheidende Pathomechanismus sein. Somit sei eine langfristige glykämische Kontrolle während der Kataraktentwicklung unerlässlich. (SaS) Originalpublikation: Reiter M U et al. Cataract in children and adolescents with type 1 diabetes. Insights from the German/Austrian DPV registry. Pediatric Diabetes (2022) https://doi.org/10.1111/pedi.13316
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