Typ-1-Diabetes und Sport: Neue internationale Leitlinie veröffentlicht11. Dezember 2024 Foto: © Prostock/stock.adobe.com Die Europäische Diabetes Gesellschaft (EASD) und die Internationale Kinder Diabetes Gesellschaft (ISPAD) haben eine neue internationale Leitlinie zu Sport und Typ-1-Diabetes herausgegeben. Erstautor ist Prof. Othmar Moser von der Universität Bayreuth. In den letzten Jahren hat die Verfügbarkeit von automatisierten Insulinabgabesystemen (AID) die Optionen für Menschen mit Typ-1-Diabetes verbessert, die empfohlenen Glukosezielbereiche zu erreichen, informiert die Universität Bayreuth in ihrer aktuellen Pressemitteilung. Für Menschen mit Typ-1-Diabetes gebe es aber oft ein Problem: „Ein physisch aktiver Lebensstil bietet klar gesundheitliche Vorteile, kann jedoch Glukoseschwankungen verursachen, die für die aktuellen AID-Systeme eine Herausforderung darstellen“, erklärt Moser vom Lehrstuhl Exercise Physiology & Metabolism an der Universität Bayreuth. Aktuelle Erkenntnisse zu AID-Systemen Moser forscht seit über zehn Jahren im Bereich Bewegung und Diabetes und arbeitet zugleich an der Schwerpunktambulanz für Diabetes, Physische Aktivität und Sport am Universitätsklinikum für Innere Medizin in Graz, Österreich. Zusammen mit 25 weiteren Experten aus dem Fachbereich Diabetes hat er eine Leitlinie verfasst, die aktuelle Erkenntnisse zu AID-Systemen zusammenfasst. Zudem gibt diese Leitlinie detaillierte praxisbezogene Empfehlungen für das Management von körperlicher Aktivität bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Typ-1-Diabetes, die AID-Technologie verwenden. In der Leitlinie wird jedes verfügbare AID-System einzeln dargestellt und individuelle Empfehlungen zu deren Anwendung bei körperlicher Aktivität formuliert. Darüber hinaus werden unterschiedliche Reaktionen des Blutzuckerspiegels auf körperliche Aktivität behandelt und gestaffelte Therapieoptionen vorgestellt, um den Glukosespiegel in verschiedenen Altersgruppen im Zielbereich zu halten. Die internationale Leitlinie richtet sich sowohl an Ärzte als auch direkt an Personen mit Typ-1-Diabetes. „Die Idee ist, dass auch Menschen mit Typ-1-Diabetes Sport machen können, ohne dem Risiko von glykämischen Schwankungen ausgesetzt zu sein. Das kann zugleich längerfristig das Risiko von Begleiterkrankungen minimieren und das Sozialsystem entlasten“, so Moser.
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