Typ-2-Diabetes: Minimierung glykämischer Abweichungen im Fokus3. April 2025 Foto: © fascinadora/stock.adobe.com Eine neue Studie empfiehlt Typ-2-Diabetes-Patienten eine Lebensstilintervention namens GEM (Glucose Everyday Matters), die darauf abzielt, Blutzuckerspitzen durch bewusste Ernährungsentscheidungen und rechtzeitige Bewegung zu verhindern. Fast 40 Prozent der Patienten mit Typ-2-Diabetes gefährden ihre Gesundheit, wenn sie ihre Medikamente innerhalb des ersten Jahres absetzen. Das betonen Mediziner der University of Virginia, USA, in einer neuen Studie, die die wachsende Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten beleuchtet. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Family Medicine and Community Health“ veröffentlicht. Die Studie rät Ärzten dringend, nicht nur traditionelle Diabetesmedikamente, sondern auch neue Alternativen in Betracht zu ziehen, die Patienten langfristig eher beibehalten. „Die Verschreibung von Medikamenten oder Empfehlungen zum Lebensstil, die ein Patient aus irgendeinem Grund nicht befolgen möchte oder kann, führt wahrscheinlich nicht zu einer Verbesserung der Diabetesergebnisse“, so die Autoren in der Studie. „Die beste Behandlung ist eine, die für den Patienten einfach umzusetzen und nachhaltig ist“, heißt es weiter. Es sei entscheidend, so argumentiert die Studie, dass Ärzte eng mit Patienten zusammenarbeiten, anstatt ihnen einfach nur zu sagen, was sie tun sollen. Indem sie Patienten in den Entscheidungsprozess einbeziehen – und aufmerksam auf ihre Vorlieben und Lebensstilbedürfnisse eingehen – erhöhen Ärzte die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten ihren Behandlungsplan einhalten und letztendlich ihren Blutzucker besser kontrollieren. Und das werde sich langfristig positiv auf ihre Gesundheit auswirken, erklärt Dr. Daniel J. Cox, Letztautor der Studie. Kontinuierlicher Glukosemonitor empfohlen Zusätzlich zu herkömmlichen Diabetesmedikamenten wie Metformin sollten Ärzte geeignete Patienten mit einem kontinuierlichen Glukosemonitor ausstatten. Dieser wird mit einem auf die Haut geklebten Sensor ausgestattet, der Blutzuckerveränderungen auf einem Smartphone anzeigt, schlagen Cox und seine Kollegen vor. Auch sogenannte „GLP-1-Rezeptoragonisten“ wie Ozempic haben in den letzten Jahren bei Diabetespatienten an Popularität gewonnen, höchstwahrscheinlich aufgrund ihrer positiven Wirkung auf die Gewichtsabnahme, schreiben die Autoren. Gewichtsverlust trägt oft zu einer besseren Blutzuckerkontrolle bei. Medikamente und Gewichtsabnahme nicht einzige Option Medikamente und Gewichtsabnahme seien jedoch nicht der einzige Weg zu einer besseren Blutzuckerkontrolle, so die Forscher. Cox hat eine, wie er es nennt, „weniger anspruchsvolle“ Lebensstilintervention namens GEM (Glucose Everyday Matters) entwickelt, die darauf abzielt, Blutzuckerspitzen durch bewusste Ernährungsentscheidungen und rechtzeitige Bewegung zu verhindern. In einer Studie konnten zwei Drittel der Teilnehmer ihren Diabetes mithilfe dieses Ansatzes in Remission bringen. Cox selbst nutzt GEM seit 15 Jahren, um seinen Diabetes in Remission zu bringen. Die neue Arbeit enthält eine detaillierte Liste von Lebensmitteln, die Teilnehmer des Programms reduzieren oder ersetzen können, wie zum Beispiel zuckerhaltige Getränke und Trockenfrüchte, um ihren Blutzucker besser zu kontrollieren. Beim GEM-Programm geht es jedoch nicht nur darum, auf Süßigkeiten und kohlenhydratreiche Lebensmittel zu verzichten. Vielmehr geht es darum, die Auswirkungen verschiedener Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel zu verstehen, bewusste Ernährungsentscheidungen zu treffen und sich zusätzlich körperlich zu betätigen, um den Blutzucker zu senken – „weniger sitzen, mehr gehen“, so Cox. „GEM hilft nicht nur, den Diabetes unter Kontrolle zu halten, sondern ist auch ein Lebensstil, der die allgemeine Gesundheit und Vitalität fördert und gleichzeitig das Risiko einer Vielzahl anderer chronischer Erkrankungen senkt“, erklärt er.
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