Typ-2-Diabetes: Orales Semaglutid und kardiovaskuläre Ergebnisse

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Es ist wichtig, die kardiovaskuläre Sicherheit neuer Therapien für Typ-2-Diabetes zu etablieren. Sicherheitsdaten liegen für die subkutane Form des GLP-1-Rezeptor-Agonisten Semaglutid vor, werden jedoch auch für das orale Semaglutid benötigt.

In einer aktuellen kanadischen Studie mit Typ-2-Diabetes-Patienten war das kardiovaskuläre Risikoprofil von oralem Semaglutid dem von Placebo nicht unterlegen.

In einer ereignisgesteuerten, rando­misierten, doppelblinden, placebo­kontrollierten Studie von Patienten mit hohem kardio­vaskulären Risiko (Alter ≥50 Jahre mit bestehender kardiovaskulärer Erkrankung oder chronischer ­Nierenerkrankung oder Alter von ≥60 Jahre nur mit kardiovaskulären Risikofaktoren) wurden die kardiovaskulären Ergebnisse von 1-mal täglichem oralen Semaglutid untersucht. Das primäre Ergebnis einer Ereigniszeitanalyse („time to event“) war das erste Auftreten eines schwerwiegenden unerwünschten kardiovaskulären Ereignisses (Tod durch kardiovaskuläre Ursachen, nicht tödlicher Myokardinfarkt oder nicht tödlicher Schlaganfall).

Insgesamt 3183 Patienten erhielten nach dem Zufallsprinzip orales Semaglutid oder Placebo. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 66 Jahre; 2695 Patienten (84,7 %) waren 50 Jahre alt oder älter und hatten eine kardiovaskuläre Erkrankung oder eine chronische Nierenerkrankung. Die mediane Zeit der Studie betrug 15,9 Monate. Schwerwiegende unerwünschte ­kardiovaskuläre Ereignisse traten bei 61 von 1591 Patienten (3,8 %) in der oralen Semaglutid-Gruppe und 76 von 1592 Patienten (4,8 %) in der Placebo-Gruppe auf (Hazard Ratio [HR] 0,79; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,57–1,11; p<0,001 für Nichtunterlegenheit). Die Ergebnisse für die Komponenten des primären Endpunktes waren wie folgte: Tod aufgrund kardiovaskulärer Ursachen, 15 von 1591 Patienten (0,9 %) in der oralen Semaglutid-Gruppe und 30 von 1592 (1,9 %) in der Placebogruppe (HR 0,49; 95 %-KI 0,27–0,92), nicht-tödlicher Myokardinfarkt, 37 von 1591 Patienten (2,3 %) bzw. 31 von 1592 (1,9 %) (HR 1,18; 95 %-KI, 0,73–1,90); und nicht tödlicher Schlaganfall, 12 von 1591 Patienten (0,8 %) bzw. 16 von 1592 (1,0 %) (HR 0,74; 95 %-KI 0,35–1,57). Todesfälle jeglicher Ursachen traten bei 23 von 1591 Patienten (1,4 %) in der oralen Semaglutid-Gruppe und bei 45 von 1592 (2,8 %) in der Placebo-Gruppe auf (HR 0,51; 95 %-KI 0,31–0,84).
Nebenwirkungen des Gastro­intestinaltraktes, die zum Absetzen von oralem Semaglutid oder ­Placebo führten, traten häufiger bei oralem Semaglutid auf.

Fazit
Laut der Studienautoren war das kardiovaskuläre Risikoprofil von oralem Semaglutid dem von Placebo nicht unterlegen. (rl)

Autoren: Husain M et al.
Korrespondenz: Dr. M Husain; [email protected].
Studie: Oral Semaglutide and Cardiovascular Outcomes in Patients with Type 2 Diabetes
Quelle: N Engl J Med 2019; 381:841-851
Web: www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMoa1901118