Typ-2-Diabetes: Paläolithische Ernährung ist nicht ohne Risiken1. August 2024 Foto: © Inna/stock.adobe.com Studienergebnisse der Université de Genève, Schweiz, deuten darauf hin, dass bei einem gestörten GDH-Enzym eine proteinreiche Ernährung wie die sogenannte Paleo-Diät (paläolithische Ernährung) einen schädlichen Ammoniumüberschuss verursachen kann. „Diäten, die reich an tierischen und/oder pflanzlichen Proteinen sind, bekannt als Paleo-Diäten, können verwendet werden, um Typ-2-Diabetes zu stabilisieren und das Gewicht zu regulieren“, erklärt Pierre Maechler, ordentlicher Professor an der Abteilung für Zellphysiologie und Stoffwechsel der medizinischen Fakultät der Université de Genève, der diese Forschung leitete. Diese Diäten sind von der fleischbasierten Ernährung der vorlandwirtschaftlichen Zeit inspiriert. „Aber welche Auswirkungen haben sie auf den Körper? Sind sie harmlos? Das wollten wir herausfinden“, kommentiert Maechler. Um die Auswirkungen einer proteinreichen Ernährung zu untersuchen, fütterte das Team von Maechler gesunde Mäuse und Mäuse, denen das GDH-Enzym in der Leber fehlte, mit einer Nahrung, deren Proteingehalt der Paleo-Diät entsprach. Die Wissenschaftler beobachteten, dass bei gesunden Mäusen zwar ein Proteinüberschuss die Ammoniumproduktion steigerte, die Leber diesen Überschuss jedoch dank der Wirkung des GDH-Enzyms bewältigte, das Ammonium entgiftet, bevor es Schaden anrichten kann. „Im Gegensatz dazu ist die Leber bei Mäusen, denen das GDH-Enzym fehlt, nicht in der Lage, den Überschuss an giftigem Ammonium aus Proteinen zu eliminieren. Man muss nicht wochen- oder monatelang warten; eine Ernährungsumstellung von wenigen Tagen reicht aus, um schwerwiegende Folgen zu beobachten“, erklärt Karolina Luczkowska, Erstautorin der Studie. Schädlicher Ammonium-Überschuss möglich Diese Ergebnisse legen laut den Forschern nahe, dass bei einem gestörten GDH-Enzym eine proteinreiche Ernährung einen schädlichen Ammoniumüberschuss verursachen kann. Ammonium, das nicht von der Leber eliminiert wird, kann schwere, insbesondere neurologische Erkrankungen verursachen. Ein Bluttest könnte die GDH-Aktivität messen, um eine Überlastung des Stoffwechsels mit Proteinen bei Menschen mit GDH-Enzymmangel zu vermeiden, heißt es weiter in der Studie. „Daher ist es wichtig, sich gut zu informieren, bevor man eine proteinreiche Diät beginnt“, betont Maechler abschließend.
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