Typ-2-Diabetes-Patienten fehlt oft potenziell lebensrettendes Wissen über ihre Krankheit8. März 2024 Foto: © Vitalii-Vodolazskyi/stock.adobe.com Wissenschaftler der Universität Coimbra, Portugal, fanden heraus, dass viele Menschen mit Typ-2-Diabetes nur wenig über ihre Krankheit wissen. Das deute darauf hin, dass die Kommunikation über diese Krankheit verbessert werden muss. Um nachteiligen Folgen entgegenzuwirken, ist es entscheidend, dass die Patienten gute Kenntnisse über den täglichen Umgang mit Typ-2-Diabetes (T2D) haben. Ein portugiesisches Forscherteam hat nun untersucht, wie viele Patienten – sowohl mit als auch ohne Insulinbehandlung – über dieses entscheidende Wissen über T2D verfügen. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Frontiers in Public Health“. „Unsere Hauptmotivation war es, dazu beizutragen, die bestehenden Ungleichheiten im Wissen von Diabetikern über ihre Krankheit zu verringern“, kommentiert Prof. Pedro Lopes Ferreira, Direktor des Zentrums für Gesundheitsstudien und -forschung der Universität Coimbra, Portugal. „Mit dieser Studie haben wir gezeigt, dass das Wissen über die Krankheit bei Typ-2-Diabetikern verbessert werden muss“, fügt er hinzu. Wissensstand ist sehr unterschiedlich Um das Wissen über Diabetes zu bewerten, verwendeten die Forscher einen Wissenstest, der für Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes entwickelt wurde. Der Test enthält unter anderem Fragen zur Ernährung, zu Anzeichen und Symptomen sowie zur Medikamentenkontrolle. An der Studie nahmen 1.200 Menschen mit Diabetes teil, von denen fast 40 Prozent mit Insulin behandelt wurden. Die übrigen Teilnehmer hielten sich an eine spezielle Diät, wobei einige von ihnen zusätzlich orale Antidiabetika ohne Insulin einnahmen, während andere sich allein auf die Ernährung verließen. Die Ergebnisse zeigten, dass viele Teilnehmer (71,3 %) Fragen zur Ernährung richtig beantworten konnten und dass mehr als vier von fünf Befragten gute Kenntnisse über die positiven Auswirkungen von körperlicher Betätigung hatten. Mehr als 75 Prozent der Befragten wussten auch über die beste Methode zur Messung des Blutzuckerspiegels Bescheid. In anderen Bereichen stellten die Forscher jedoch fest, dass das Wissen sehr lückenhaft war. Auf die Frage, welche Lebensmittel nicht zur Behandlung von Unterzuckerungen verwendet werden sollten, antworteten beispielsweise nur 12,8 Prozent der Teilnehmer richtig. Der niedrigste Prozentsatz (4,4 %) richtiger Antworten entfiel auf eine Frage zu den Symptomen der Ketoazidose, einer potenziell lebensbedrohlichen Komplikation im Spätstadium der T2D. „Einer der Hauptgründe für diese Wissensunterschiede ist wahrscheinlich das Verhalten der Angehörigen der Gesundheitsberufe und die Bereiche, die bei der Information der Patienten vorrangig behandelt werden“, erklärt Ferreira. Patienten mit Wissen ausstatten Die Forscher fanden heraus, dass die Einnahme von Medikamenten ein Faktor war, der das Wissen über T2D beeinflusste. Der Prozentsatz der richtigen Antworten betrug 51,8 Prozent bei Patienten, die nicht mit Insulin behandelt wurden, und 58,7 Prozent bei Patienten, die Insulin verwenden. Bei den sozioökonomischen und demografischen Faktoren wirkte sich positiv aus, dass die Patienten jünger als 65 Jahre waren, einen höheren Bildungsabschluss hatten, nicht allein lebten und eine bestimmte Ernährung einhielten. Die Forscher sagten, dass ihre Ergebnisse die Notwendigkeit unterstreichen, das Wissen über bestimmte Aspekte der Krankheit zu verbessern, z. B. die Überwachung des Blutzuckerspiegels, die dazu beitragen kann, Blutzuckerspitzen zu vermeiden, die mit akuten und chronischen Komplikationen verbunden sind. Auch Wissenslücken in einzelnen Bereichen des Tests müssen dringend geschlossen werden, so das Team. Sie erklärten außerdem, dass Studien mit noch mehr Teilnehmern dazu beitragen könnten, die Rolle der sozioökonomischen und klinischen Faktoren der Krankheit besser zu verstehen. „Wir haben uns auf das eigene Wissen der Patienten über ihre Krankheit konzentriert, anstatt das Krankheitsmanagement ausschließlich auf biologische Indikatoren zu stützen. Wir hoffen, dass die erzielten Ergebnisse es den Fachleuten ermöglichen werden, die Art und Weise, wie sie die Patienten informieren, zu ändern“, betont Ferreira.
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