Typ-2-Diabetes: SGLT2-Inhibitoren reduzieren kardiovaskuläres Risiko30. Oktober 2017 © sdecoret – fotolia.com Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und breitem kardiovaskulären Risikoprofil war der Einsatz eines SGLT2-Inhibitors im Vergleich zu anderen blutzuckersenkenden Medikamenten mit einer reduzierten kardiovaskulären Morbidität und Mortalität assoziiert. Dieses Ergebnis sei konsistent mit den Ergebnissen von klinischen Studien an Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko, schreiben die Autoren einer Registeranalyse aus Dänemark, Norwegen und Schweden. Alle Patienten, die zwischen 2012 und 2015 ein Rezept für blutzuckersenkende Medikamente einlösten, wurden in die Analyse eingeschlossen und bis Ende Dezember 2015 nachbeobachtet. Sie wurden in SGLT2-Inhibitor-Neuanwender und Neuanwender anderer blutzuckersenkender Medikamente eingeteilt. Jeder SGLT2-Inhibitor-Anwender wurde per Propensity Score mit 3 Anwendern anderer Medikamente gematcht. Die 22.830 SGLT2-Inhibitor-Anwender und die 68.490 Anwender anderer Medikamente waren zu Baseline gut balanciert, wurden im Schnitt 0,9 (SD 4,1) Jahre (80.669 Patientenjahre) nachbeobachtet. Das Durchschnittsalter lag bei 61 (SD 12,0) Jahren; 40 % (36.362 von 91.320) waren Frauen und die Prävalenz kardiovaskulärer Erkrankungen betrug 25 % (22.686 von 91.320). Insgesamt 94 % der SGLT2-Inhibitor-Expositionszeit gingen auf das Konto von Dapagliflozin, Empagliflozin machte 5 % und Canagliflozin 1 % aus. Im Vergleich zu anderen blutzuckersenkenden Medikamenten war die Anwendung von SGLT2-Inhibitoren mit einem verringerten Risiko für kardiovaskuläre Mortalität (HR 0,53 [95 %-KI 0,40–0,71]), schwere kardiovaskuläre Ereignisse (HR 0,78 [95 %-KI 0,69–0,87]) und Hospitalisierungsereignisse aufgrund von Herzinsuffizienz (HR 0,70 [95 %-KI 0,61–0,81]; p<0,0001 für alle) assoziiert. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen der Anwendung von SGLT2-Inhibitoren und anderen blutzuckersenkenden Medikamenten im Hinblick auf nicht tödlichen Herzinfarkt, nicht tödlichen Schlaganfall oder Vorhofflimmern identifiziert. Verglichen mit anderen blutzuckersenkenden Medikamenten war die Anwendung von SGLT2-Inhibitoren mit einem verringerten Risiko für schwere Hypoglykämien asso-ziiert (HR 0,76 [95 %-KI 0,65–0,90]; p=0,001). Hinsichtlich der kardiovaskulären Mortalität waren die Unterschiede bei den 25 % Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung zur Baseline und denjenigen ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung vergleichbar (HR 0,60 [95 %-KI 0,42–0,85] vs. HR 0,55 [95 %-KI 0,34–0,90]). Die HR für schwere kardiovaskuläre Ereignisse betrug dagegen in der Gruppe mit kardiovaskulärer Erkrankung zur Baseline 0,70 (95 %-KI 0,59–0,83), in der Gruppe ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung dagegen 0,90 (95 %-KI 0,76–1,07). Autoren: Birkeland KI et al. Korrespondenz: Institute of Clinical Medicine, Universität Oslo, Oslo, Norwegen Studie: Cardiovascular mortality and morbidity in patients with type 2 diabetes following initiation of sodium-glucose co-transporter-2 inhibitors versus other glucose-lowering drugs (CVD-REAL Nordic): a multinational observational analysis Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2017 Sep;5(9):709–717. Web: www.thelancet.com/journals/landia