Typ-2-Diabetikerinnen mittleren und höheren Alters: Krafttraining kann die glykämische Kontrolle verbessern

Foto: © sattawat/stock.adobe.com

Wie wirkt sich ein Krafttraining auf die glykämische Kontrolle, die kardiometabolischen Marker und die Körperzusammensetzung bei Typ-2-Diabetikerinnen mittleren und höheren Alters mit Übergewicht oder Adipositas aus? Damit hat sich eine Arbeitsgruppe aus China beschäftigt.

In der aktuellen Untersuchung verbesserte Krafttraining nachweislich die glykämische Kontrolle, bestimmte kardiometabolische Risikofaktoren und die Körperzusammensetzung. Diese Ergebnisse bestätigten die Rolle des Krafttrainings als gezielte therapeutische Maßnahme, meinen die Forschenden.

Die Ergebnisse unter­streichen laut ihrer Auffassung außerdem den Bedarf an weiterer Forschung zur Optimierung seiner Anwendung bei Typ-2-Diabetes (T2D).

Metaanalyse von 13 Studien

Die Wissenschaftler recherchierten in den Datenbanken CINAHL, PubMed, MEDLINE und EMBASE nach randomisierten kontrollierten Studien, die bis Mai 2025 veröffentlicht worden waren. Dabei kamen die Leitlinien für systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses, PRISMA) zur Anwendung.

Eingeschlossen in die Analyse wurden Arbeiten mit Krafttrainingsinterventionen bei Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 25 kg/m2 und T2D sowie einem Alter  von mindestens 45 Jahren ein. Die Metaanalysen mit Zufallseffekten wurden unter Verwendung der Software Review Manager durchgeführt. Subgruppen­analysen dienten der Untersuchung von Heterogenität. Insgesamt wurden 13 Studien mit 315 Teilnehmerinnen in die Analyse eingeschlossen.

Signifikante Reduktionen von Nüchternblutzucker und HbA1c

Das Krafttraining führte zu einer signifikanten Senkung des Nüchternblutzuckers (mittlere Differenz -20,70 mg/dl; 95 %-KI -33,65 bis -7,75; p=0,002) und des Hämoglobin(Hb)A1c-Wertes (mittlere Differenz -0,66 %; 95 %-KI -1,01 bis -0,33; p=0,0002).

Die Forschenden beobachteten auch eine signifikante Reduktion des Gesamtcholesterins, des Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins, des diastolischen Blutdrucks, des BMI und des Körperfettanteils.

Bei den Triglyzeriden, dem High-Density-Lipoprotein-Cholesterin, dem systolischen Blutdruck oder dem Körpergewicht zeigten sich keine signifikanten Änderungen. Größere Reduktionen des Nüchternblut­zuckers stellten die Wissenschaftler bei Trainings­intensitäten über 70 Prozent des Maximalwertes fest.

(hsp/BIERMANN)