Überlebensprognose bei IPF-Patienten: Einbeziehung der Belastungskapazität in den GAP-Index bringt Vorteile28. Juli 2023 FALLS CHURCH (Biermann) – Die Vorhersage der Mortalität bei Patienten mit Idiopathischer Lungenfibrose (IPF) mithilfe des GAP-Index (Geschlecht, Alter, Physiologie) lässt sich verbessern, wenn man Prädiktoren für die körperliche Leistungsfähigkeit mit einbezieht. Das berichten die Autoren einer neuen Studie, in der sie die Ergänzung des GAP-Index um die Parameter 6-Minuten-Gehstrecke (6MWD) oder Belastungshypoxie untersuchten. Zunächst identifizierten die Forschenden IPF-Patienten in einem Zentrum der Tertiärversorgung und bewerteten Diskriminierung und Kalibrierung des ursprünglichen GAP-Index in der gesamten Studienkohorte. Dann teilten sie diese (interne) Kohorte randomisiert in 2 Hälften auf und erstellten einen Ableitungs- und Validierungssatz. Unter Beibehaltung der ursprünglichen Kategorien wurden der GAP-Index in der Ableitungskohorte neu angepasst (Refit-GAP-Index) und zudem ein Screening-Verfahren („Basismodell“-Ansatz) verwendet, um ein geeignetes Modell auszuwählen, das die Ergebnisvorhersage optimierte. Die Modelldiskriminierung mit dem GAP-Index plus zusätzlichen Prädiktoren wurde mit dem Refit-GAP-Index hauptsächlich durch die Änderung der Harrell-C-Statistik in den Validierungskohorten gemäß der veröffentlichten Methodik verglichen. Basierend auf der Verbesserung der Diskriminierung wählten die Wissenschaftler schließlich ein endgültiges Modell aus, das dann in einer geografisch anderen externen Kohorte evaluiert wurde. Die interne Kohorte umfasste 562 IPF-Patienten. Die Arbeitsgruppe ermittelte die Diskriminierung des ursprünglichen GAP-Index anhand einer C-Statistik (0,676; 95 %-KI 0,635-0,717) und führte zu einer zu hohen Schätzung des tatsächlich beobachteten Risikos. 6MWD und Belastungshypoxie erwiesen sich als starke Prädiktoren für die Mortalität. Die Ergänzung des GAP-Index um diese Variablen habe die Modelldiskriminierung erheblich verbessert, bilanzieren die Forschenden. Sie erstellten einen überarbeiteten Index, der Parameter der Belastungskapazität berücksichtigte. Dieser schnitt im internen Validierungssatz (C-Statistik: 0,752; 95 %-KI 0,701–0,802; Differenz in der C-Statistik im Vergleich zum Refit-GAP-Index: 0,050; 95 %-KI 0,004-0,097) sowie im externen Validierungssatz (N=108; C-Statistik: 0,780; 95 %-KI 0,682-0,877) gut ab. (ac) Autoren: Chandel A et al.Korrespondenz: Steven D. Nathan; [email protected]Studie: Derivation and validation of a simple multidimensional index incorporating exercise capacity parameters for survival prediction in idiopathic pulmonary fibrosisQuelle: Thorax 2023;78(4):368-375.doi: 10.1136/thoraxjnl-2021-218440