Überlebensraten bei Kopf-Hals-Krebs: HPV-Status als prognostischer Faktor6. Dezember 2018 Foto: © adiruch na chiangmai – Fotolia.com Wissenschaftlich fundierte Datensätze zum prognostischen Wert des HPV-Status in Bezug auf Kopf-Hals-Krebs sind als eher rar anzusehen. Eine aktuelle Studie setzt diesen Status in Relation zum Gesamtüberleben. Otolaryngologen der Universität Yale haben in einer aktuellen Studie den HPV-Status zu verschiedenen Lokalisationen von Kopf-Hals-Krebs in Relation gesetzt, um herauszufinden, ob dieser Status mit einem verbesserten Gesamtüberleben assoziiert ist. Die Patienten wurden anhand von 6 Lokalisationen des Primärtumors klassifiziert: Mundhöhle, Oropharynx, Nasopharynx, Hypopharynx, Larynx und Sinonasaltrakt; außerdem wurden die Patienten anhand des HPV-Status kategorisiert. Die Unterschiede zwischen HPV-positivem und HPV-negativem Status hinsichtlich des 5-Jahres-Überlebens bildeten das Primärziel der Studie; die Rolle des HPV-Status wurde anhand eines nicht adjustierten Regressionsmodells nach Cox ermittelt. Von insgesamt 175.223 identifizierten Patienten (129.634 [74,0 %] männlich; 45.589 [26,0 %] weiblich; Durchschnittsalter, 63,1 [11,9] Jahre) erwiesen sich 41.950 (23,9 %) als für die Untersuchung geeignet. Von dieser Auswahl wiesen 16.644 Patienten (39,7 %) HPV-positive Tmore und 25.306 / 60,3 %) HPV-negative Tumore auf. HPV-positive Patienten waren zumeist jünger, von hellem Hauttyp, männlich, wiesen einen T-Tumor auf sowie eine schlechte Differenzierung bei der histologischen Untersuchung. Ein HPV-positiver Status war mit dem Überleben bei 4 Tumorlokalisationen assoziiert: Mundhöhle (Risikoquotient 0,76; 95 %-KI 0,66–0,87), Oropharynx (Risikoquotient 0,44; 95 %-KI 0,41–0,47), Hypopharynx (Risikoquotient 0,59; 95 %-KI 0,45–0,77) und Larynx (Risikoquotient 0,71; 95 %-KI 0,59–0,85). Der HPV-Status erwies sich zwischen der HPV-positiven und der HPV-negativen Kohorte hinsichtlich des Überlebens bei den folgenden 2 Lokalisationen als stärkster Faktor: Oropharynx (77,6 % gegenüber 50,7 %; Überlebensdifferenz 26,9 %; 95 %-KI 25,6–28,2) und Hypopharynx (52,2 % gegenüber 28,8 %; Überlebensdifferenz 23,4 %; 95 %-KI 17,5–29,3). Beim Nasopharynx (Risikoquotient 1,03; 95 %-KI 0,75–1,42) sowie dem Sinonasaltrakt (Risikoquotient 0,63; 95 %-KI 0,39–1,01) erwies sich ein HPV-positiver Status nicht als unabhängiger prognostischer Faktor. Ausgehend von diesen Untersuchungsergebnissen empfehlen die Autoren einen Routinetest für HPV bei Patienten mit Tumoren an Oropharynx, Hypopharynx, Mundhöhle und Larynx. (am)
Mehr erfahren zu: "Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau" Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert.
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.
Mehr erfahren zu: "Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen" Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) befürchtet, dass mit der jetzigen Ausgestaltung der Hybrid(H)-DRGs das angestrebte Ziel der Ambulantisierung nicht erreicht werden kann. Er fordert daher eine sachgerechte Refinanzierung vor […]