Überlebensraten beim metastasierten Seminom verbessert

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Nach aktuellen Daten haben sich die Raten des progressionsfreien Überlebens (PFS) und des Gesamtüberlebens (OS) beim metastasierten Seminom gegenüber früheren Analysen verbessert. Laktatdehydrogenase (LDH) hat sich als zusätzlicher Prognostikator herausgestellt.

Die Klassifikation der International Germ-Cell Cancer Collaborative Group (IGCCCG) war ein großer Fortschritt in der Behandlung von Keimzell­tumoren, stützt sich jedoch auf Daten von nur 660 Patienten mit Seminom, die zwischen 1975 und 1990 behandelt wurden. Daher hat das IGCCCG-Update-Consortium um Prof. Jörg Beyer vom Inselspital, Universitätsspital Bern, Schweiz, diese Klassifizierung in seiner Datenbank erneut evaluiert.

Dazu sammelten die Autoren Daten von 2451 Männern mit metastasiertem Seminom, die zwischen 1990 und 2013 mit einer Cisplatin- und Etoposid-basierten Erstlinien-Chemotherapie behandelt worden waren, von 30 Institutionen oder Kooperationsgruppen in Australien, Europa und Nordamerika. Eingeschlossen wurden Daten aus klinischen Studien sowie aus Registern. Als primäre Endpunkte hatten die Wissenschaftler das PFS und das OS, berechnet ab Tag 1 der Behandlung, definiert. Variablen bei der erstmaligen Präsentation des Patienten wurden auf ihre prognostische Wirkung hin untersucht. Ferner validierten die Autoren ihre Ergebnisse in einem unabhängigen Validierungsset aus 764 zusätzlichen Patienten.

Wie sie berichten, verbesserten sich in der modernen Serie – verglichen mit der ursprünglichen IGCCCG-Klassifikation – bei Patienten mit guter Prognose das 5-Jahres-PFS von 82 % auf 89 % (95 %-KI 87–90) und das 5-Jahres-OS von 86 % auf 95 % (95 %-KI 94–96) und bei Patienten mit intermediärer Prognose auf 67–79 % (95 %-KI 70–85) bzw. 72-88 % (95 %-KI 80–93).

Als zusätzlicher ungünstiger Prognosefaktor erwies sich LDH. Patienten mit guter Prognose mit einem LDH-Wert über dem 2,5-fachen der oberen Normgrenze hatten ein 3-Jahres-PFS von 80 % (95 %-KI 75–84) und ein 3-Jahres-OS von 92 % (95 %-KI 88–95) vs. 92 % (95 %-KI 90–94) und 97 % (95 %-KI 96–98) in der Gruppe mit niedrigerem LDH-Wert.

„Das PFS und OS bei metastasiertem Seminom haben sich in unserer modernen Serie im Vergleich zu den Originaldaten signifikant verbessert“, bilanziert das Team. Die ursprüngliche IGCCCG-Klassifikation behalte ihre Relevanz, könne jedoch weiter verfeinert werden, indem der LDH-Wert mit einem Cut-off vom 2,5-Fachen der Obergrenze des Normalwerts als zusätzlicher ungünstiger Prognosefaktor hinzugefügt werde.

(sf/ms)

Publikation:

Beyer J et al. Survival and New Prognosti­cators in Metastatic Seminoma: Results From the IGCCCG-Update Consortium. J Clin Oncol 2021;39(14):1553–1562.