Übersichtsarbeit: Tonsillektomie – Partiell oder vollständig?13. September 2017 Foto: © Tobias Arhelger – Fotolia.com Eine Übersichtsstudie hat den Vergleich der Wirksamkeit einer teilweisen gegenüber einer vollständigen Tonsillektomie zum Inhalt. In einem groß angelegten Review sichteten die Autoren die betreffenden Datensätze aus MEDLINE, EMBASE und der Cochrane Library für die Zeit zwischen Januar 1980 und Juni 2016. In 16 zur Analyse geeigneten, randomisierten und kontrollierten Studien variierte die Definition des Begriffs ‚partielle Tonsillektomie‘. In elf Studien wurden verschiedene chirurgische Techniken verglichen (bspw. CO2-Laser und Radiofrequenztherapie, Coblation). In Studien, welche dieselben Techniken miteinander verglichen, konnte gezeigt werden, dass die Patienten bei einer teilweisen Entfernung zu einem früheren Zeitpunkt wieder zu ihren gewohnten Ernährungs- und Aktivitätsmodi zurückkehrten als es bei einer vollständigen Tonsillektomie der Fall ist (ein günstigerer Ausgang wurde in 4 von 4 weiteren Studien festgestellt). Auch in Studien, bei denen sich die chirurgischen Techniken unterschieden, kehrten die Patienten der teilweisen Entfernung schneller zu ihrer gewohnten Ernährungsweise und ihren Aktivitäten zurück (in 5 von 6 Studien). In drei von vier randomisierten, kontrollierten Studien stand die partielle Tonsillektomie mit häufigeren Halsentzündungen in Zusammenhang als dies bei einer vollständigen Mandelentfernung der Fall war. Die Unterschiede zwischen den Gruppen waren grundsätzlich nicht statistisch signifikant, was das Persistieren obstruktiver Symptome, die Lebensqualität oder eventuelle Verhaltensänderungen angeht. Über alle Studien hinweg kam es bei zehn von 166 (6 %) Kindern nach teilweiser Mandelentfernung zu einem tonsillären Nachwachsen. Die Daten erlauben keine eindeutige Festlegung, welcher Methode der Tonsillektomie der Vorzug zu geben sei. Weder das Ausmaß der Entfernung noch die Techniken scheinen das Behandlungsergebnis merklich zu beeinflussen. Die partielle Entfernung führt zu einer früheren Wiederaufnahme gewohnter Lebensweisen, trägt aber das Risiko des Nachwachsens der Tonsillen sowie des Wiederauftretens der Symptome in sich.
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