UKL: Engagement für Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung8. April 2024 Foto: © EdNurg/stock.adobe.com Seit Ende 2023 ist die Klinik für Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) Partnerklinik des bundesweiten Entwicklungsprojekts „Empowerment für Diversität − Allianz für Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung“. Was sich dahinter verbirgt, darüber informiert das Projektteam am 16. April in einer Auftaktveranstaltung. Das Projekt ist für drei Jahre an der Charité Berlin angesiedelt und von der Stiftung Mercator gefördert. Gemeinsam soll Diversitätsgerechtigkeit in der Gesundheitsversorgung gestärkt und der Abbau von diskriminierenden Strukturen gefördert werden. Insgesamt sieben Kliniken haben sich als „Empower Partner“ Kliniken verbunden und gehen dieses partizipative Vorhaben gemeinsam an. „Gerade in Frauenkliniken erleben wir regelmäßig, dass einige unserer Patient:innen durchaus mit unterschiedlichen Hürden beim Zugang zu einer adäquaten Gesundheitsversorgung zu kämpfen haben“, begründet Prof. Bahriye Aktas, Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde am UKL ihr Engagement in diesem Projekt. Das läge an vielen Faktoren – Sprachbarrieren, Orientierungsschwierigkeiten in den Sektoren des deutschen Systems, fehlendem Versicherungsschutz bis hin zu möglicherweise diskriminierenden Tendenzen in den Strukturen. „Uns ist es wichtig, hier genau hinzuschauen und solche Hürden zu identifizieren, um diese abbauen zu können“, so die Gynäkologin. Ganz im Sinne gleicher Chancen für alle, unabhängig von Herkunft, Alter oder anderer Unterschiede. Das Projekt könne dazu beitragen, auch in anderen Kliniken Diversitätskompetenz auszubauen und zu integrieren. Das Thema soll frühzeitig in die Lehre aufgenommen und durch Fort-, Aus- und Weiterbildungen die Sensibilität gesteigert werden. Die UKL-Frauenklinik ist an dieser Stelle bereits vorangegangen – 2020 wurde hier eine Muttersprachen-Sprechstunde eingerichtet, in der sich Frauen von Ärzten behandeln lassen können, die außer Deutsch auch sechs verschiedene Muttersprachen von Englisch über Türkisch bis Arabisch sprechen. „Es hat sich allerdings gezeigt, dass dieses Angebot wenig angenommen wird – vermutlich, weil die Frauen davon gar nicht erfahren“, so Aktas.Von der nun gestarteten Projektbeteiligung bei „Empowerment für Diversität − Allianz für Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung” verspricht sich die Klinikdirektorin auch einen besseren Informationsfluss zwischen der Klinik einerseits und anderen Akteuren wie städtischen Institutionen und Vereinen andererseits. Daher sind in das Projekt auch so unterschiedliche Partner eingebunden wie unter anderem der Verein CABL e.V., der Migrant:innen-Beirat der Stadt Leipzig und die Antidiskriminierungsbeauftragte des UKL. Vernetzung in der Auftaktveranstaltung Diese Beteiligten und viele weitere kommen am 16. April in Leipzig zur Auftaktveranstaltung im Hörsaal auf dem Medizincampus in der Liebigstraße unter dem Titel „Chancengleichheit in der (gynäkologischen) Gesundheitsversorgung” zusammen. Ab 14.30 Uhr werden dabei sowohl das Projekt vorgestellt als auch in Impulsvorträgen die verschiedenen Facetten des Themas beleuchtet, unter anderem durch die Leiterin des Gesundheitsamtes der Stadt Leipzig Constanze Anders, des Mosaik e.V. und den Antidiskrimierungsbeauftragten der Sächsischen Landesärztekammer. „Alle Interessierten sind zu diesem offenen Nachmittag herzlich eingeladen. Im Anschluss an die Vorträge und Diskussion erwartet die Besucher:innen ein ‘Markt der Möglichkeiten’ mit der Gelegenheit zum direkten Austausch“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.
Mehr erfahren zu: "Prävention von Brustkrebsrezidiven: Ruhende Tumorzellen gezielt bekämpfen" Prävention von Brustkrebsrezidiven: Ruhende Tumorzellen gezielt bekämpfen Brustkrebsrezidive könnten sich laut einer randomisierten Phase-II-Studie (NCT03032406) möglicherweise mit Hydroxychloroquin plus Everolimus verhindern lassen.
Mehr erfahren zu: "Paracetamol in der Schwangerschaft: Keine Hinweise auf erhöhtes Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderungen" Paracetamol in der Schwangerschaft: Keine Hinweise auf erhöhtes Risiko für Autismus, ADHS oder geistige Behinderungen Laut einer aktuellen Metaanalyse gibt es keine Hinweise darauf, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft das Risiko von Autismus, ADHS oder geistiger Behinderung bei Kindern erhöht.
Mehr erfahren zu: "Kinderwunschbehandlung in Thüringen: Sozialministerium informiert über finanzielle Unterstützung" Kinderwunschbehandlung in Thüringen: Sozialministerium informiert über finanzielle Unterstützung Wenn der Kinderwunsch groß ist, sich aber nicht erfüllt, kann in manchen Fällen nachgeholfen werden. Wie Thüringer Paare dafür einen Zuschuss bekommen können und warum der Staat das überhaupt macht.