Umfangreiche Metaanalyse identifiziert Risikofaktoren für Lebensmittelallergien16. Februar 2026 Frühe Ekzeme sind ein wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Lebensmittelallergien. (Foto: © fotoduets – stock.adobe.com) Mithilfe einer Metaanalyse, die Daten zu mehr als 2,8 Millionen Kindern weltweit umfasste, haben Forschende aus den USA und Kananda die wichtigsten frühkindlichen Risikofaktoren für eine spätere Lebensmittelallergie identifiziert. Die Forschenden hatten 190 Studien zu Lebensmittelallergien im Kindesalter analysiert, darunter auch solche, die Lebensmittelallergien mithilfe von Provokationstests bestätigt hatten. Die in „JAMA Pediatrics“ veröffentlichte Studie ergab, dass etwa fünf Prozent der Kinder bis zum Alter von sechs Jahren eine Lebensmittelallergie entwickeln. „Unsere Studie zeigt, dass genetische Faktoren allein die Entwicklung von Lebensmittelallergien nicht vollständig erklären können, sondern dass dazu Wechselwirkungen – oder eine ‚perfekte Sturmkonstellation‘ – zwischen Genen, Hautgesundheit, Mikrobiom und Umwelteinflüssen notwendig ist“, erklärt Derek Chu, leitender Autor der Studie und Assistenzprofessor an den Fachbereichen Medizin und Gesundheitsforschungsmethoden, Evidenz und Wirkung der McMaster University in Kanada. Ekzeme erhöhen das Risiko deutlich Die Studie analysierte mehr als 340 verschiedene Faktoren, die Allergien beeinflussen können. Zu den wichtigsten Faktoren im frühen Leben, die das Risiko für Nahrungsmittelallergien erhöhten, gehörten: Säuglinge, die im ersten Lebensjahr an Atopischer Dermatitis leiden, haben ein drei- bis viermal höheres Risiko, eine Nahrungsmittelallergie zu entwickeln (Odds Ratio [OR] 3,88; Risikodifferenz [RD] 12,0%; 95%-KI 8,8–15,7). Auch ein erhöhter transepidermaler Wasserverlust der Haut (OR 3,36; RD 10,0%; 95%-KI 6,3–14,8), allergische Rhinitis (OR 3,39; RD 10,1%; 95%-KI 6,7–14,4) oder Wheezing (OR 2,11; RD 5,0%; 95%-KI 2,1–8,8) erhöhen das Risiko. Kinder mit allergischen Eltern (Mutter: OR 1,98; RD 4,4%; 95%KI 2,5–6,8; Vater: OR 1,69; RD 3,2%; 95%-KI 1,3–5,5) oder Geschwistern (OR 2,36; RD 6,0%; 95%-KI 4,4–8,0) entwickelten häufiger eine Nahrungsmittelallergie, insbesondere wenn beide Elternteile (OR 2,07; RD 4,8%; 95%-KI 1,3–5,5) Allergien hatten. Die verzögerte Einführung fester Nahrung und allergener Lebensmittel wie Erdnüsse, Nüsse, Eier oder anderer häufiger Allergene, kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine Lebensmittelallergie zu entwickeln. Die Forscher fanden heraus, dass Babys, die erst nach zwölf Monaten Erdnüsse probieren, mehr als doppelt so häufig allergisch auf die Hülsenfrucht reagieren (OR 2,55; RD 6,8%; 95%-KI 1,9–14,6). Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Einsatz von Antibiotika. Die Studie zeigt, dass die Einnahme von Antibiotika im ersten Lebensmonat zu einem höheren Risiko für Lebensmittelallergien führen kann (OR 4,11; RD 12,8%; 95%-KI 0,4–40). Antibiotika, die später im Säuglingsalter (1 Jahr: OR 1,39; RD 1,8%; 95%-KI 0,8–3,1) und während der Schwangerschaft (OR 1,32; RD 1,5%; 95%-KI 0,6–2,5) eingenommen werden, können ebenfalls zu einem erhöhten Risiko führen, jedoch in geringerem Maße. Entwarnung kann die Studie mit Blick auf ein niedriges Geburtsgewicht, eine Spätgeburt, teilweises Stillen und Stress während der Schwangerschaft als potenzielle Risikofaktoren für Nahrungsmittelallergien geben. Den Forschenden zufolge könnten die Ergebnisse dabei helfen, diejenigen Säuglinge zu identifizieren, die am stärksten gefährdet sind und am meisten von frühzeitigen Präventionsstrategien profitieren könnten. (ej/BIERMANN)
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