Unerschrockener Kämpfer gegen die Leukämie27. April 2018 Prof. Gerhard Ehninger prägte die Dresdner Hochschulmedizin ein Vierteljahrhundert lang. © Uniklinikum Dresden Von 1994 bis zum 31. März 2018 stand Professor Gerhard Ehninger der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden als Direktor vor. Nun scheidet der weltweit anerkannte Hämatologe und Onkologe aus dem Hochschuldienst aus und gibt damit auch die Klinikleitung an die Professoren Martin Bornhäuser und Jochen Hampe ab. Der 65-Jährige hat zu Beginn seiner Tätigkeit in Dresden nicht nur die Stammzelltransplantation etabliert und damit in den vergangenen Jahren mehreren tausend Blutkrebs-Patienten das Leben gerettet, sondern kontinuierlich an der Entwicklung neuer Therapien gearbeitet. – Als Arzt ebenso wie als Forscher. Bundesweit bekannt wurde Gerhard Ehninger durch die von ihm mit Dr. Peter Harf gegründete Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Sie leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass heute sehr viele Patienten mit der Diagnose Blutkrebs geheilt werden können. Er gehört zudem zu den Gründungsvätern des Universitäts KrebsCentrums Dresden (UCC) und hat als Klinikdirektor den von der Mildred-Scheel-Stiftung finanzierten Neubau des UCC und der Erwachsenen-Hämatologie eingeworben und mit geplant. Als Forscher hat Prof. Ehninger einen wichtigen Beitrag zur Profilierung der Hochschulmedizin geleistet. So gelang es der Dresdner Hochschulmedizin unter seiner Führung, in Dresden den ersten medizinischen Sonderforschungsbereich (SFB), das DFG Forschungszentrum (später Exzellenzcluster) und das Koordinationszentrum für Klinische Studien zu etablieren. Der SFB beschäftigte sich mit der Rolle von Stamm- und Vorläuferzellen bei der Bildung von Körpergewebe. Körpereigene Immunzellen gegen Leukämie aktiviert Nach seiner Emeritierung kann sich Prof. Ehninger noch intensiver als bisher um die Weiterentwicklung einer völlig neuen Art der Krebstherapie kümmern. Dabei werden körpereigene Immunzellen des Patienten gegen eine besondere Form der Leukämie aktiviert. Dieser in den vergangenen 15 Jahren erforschte Therapieansatz steht nun an der Schwelle zum klinischen Einsatz. Das erste gentechnisch hergestellte Medikament wurde im März 2018 für klinische Studien im Krankenhaus zugelassen, vier weitere werden in den kommenden Monaten folgen. Um diesen Schritt gehen zu können, hat Prof. Ehninger gemeinsam mit Prof. Michael Bachmann, Professor für Translationale Radiopharmalologie der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und Direktor des Institutes für Radiopharmazeutische Krebsforschung am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf ein Unternehmen gegründet. Beide Wissenschaftler haben es damit nicht nur geschafft, ihre ersten Ideen in die Grundlagenforschung einzubringen, sondern auch die dabei erzielten Ergebnisse patentieren zu lassen. In einem letzten Schritt können sie diese nun selbst bis zum Patienten bringen. Dazu können sie nicht nur auf 3,6 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium zurückgreifen, sondern auch auf Darlehen von Risikokapitalgebern sowie der Sächsischen Aufbaubank.
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