Unerwartete Bedeutung von Typ-2-Immunantworten13. November 2017 Foto: ©CrazyCloud/fotolia.om Die neue DFG-Forschungsgruppe FOR2599 untersucht Typ-2-Immunantworten. Diese spielen nicht nur bei der Abwehr von Würmern, eine Rolle sondern auch bei Wundheilung, Stoffwechselbalance, Allergien und Tumorwachstum. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die von Dresden aus koordinierte deutschlandweite Forschergruppe FOR2599 „Tissue type 2 immunity“ für zunächst drei Jahre mit insgesamt 2,4 Millionen Euro. Prof. Axel Roers, Direktor des Instituts für Immunologie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, konnte mit seinen Forscher-Kollegen aus München, Köln, Freiburg, Erlangen, Berlin und Dresden die DFG von ihrem Projekt überzeugen. Zwar wurden in der Aufklärung der Mechanismen, mit denen die Typ-2-Immunantworten bestimmte Effekte vermitteln, bereits große Fortschritte erzielt. Trotzdem bleiben offene Fragen: Wie werden Typ-2-Immunantworten aktiviert und reguliert? Warum antwortet das Immunsystem auf eine Infektion mit Würmern mit einer Typ-2-Antwort, aber nicht auf eine Tuberkuloseinfektion? Zentrales Anliegen der FOR2599 ist es daher, die Mechanismen aufzuklären, welche Typ-2-Immunität in Gesundheit und Krankheit auslösen und regulieren. Immunsystem reagiert ähnlich auf Allergene und Würmer Bei Infektionen mit Würmern wird die Typ-2-Immunantwort aktiviert. Sie zielt darauf ab, diesen großen Parasiten, die das Immunsystem kaum töten kann, Leben und Vermehrung zu erschweren. Typ-2-Antworten sind unter den aktuellen hygienischen Lebensbedingungen in Europa, unter denen Wurminfektionen keine sehr große Rolle mehr spielen, trotzdem von größter Bedeutung: Sie sind, durch harmlose Umweltallergene unkontrolliert ausgelöst, Ursache allergischer Erkrankungen wie Asthma und Neurodermitis. Verschiedene Würmer wandern durch die menschlichen Atemwege. Die Typ-2-Immunanwort aktiviert dann das Asthma-typische Reaktionsmuster mit Engstellung, Schleimproduktion und Husten. Das Ziel: die Würmer aushusten. „Diese Kardinalsymptome des Asthma können also verstanden werden als, zum Beispiel durch Pollen, fälschlich aktivierte Mechanismen der Wurm-Abwehr“, erläutert Axel Roers, Sprecher der Forschungsgruppe. Typ-2-Immunantworten fördern die Wundheilung Typ-2-Immunantworten sind aber auch aus anderen Gründen kürzlich ins Zentrum des Interesses gerückt. Sie fördern die Heilung von Wunden. Auch dies ist verständlich im Rahmen der Bewältigung von Wurminfektionen: Würmer bohren sich durch verschiedene menschliche Gewebe. Dabei richten sie Schaden an, der schnellstmöglich repariert werden muss. Bösartige Tumoren machen sich diese regenerationsfördernden Mechanismen zu Nutze. Sie aktivieren im Tumorgewebe gezielt Typ-2-Immunantworten, die dann das Krebswachstum unterstützen. Erstaunlich war die kürzlich gewonnene Erkenntnis, dass Typ-2-Immunantworten auch in der Regulation des metabolischen Gleichgewichtes eine entscheidende Rolle spielen und dass immunologische Fehlregulation zu wichtigen Stoffwechselerkrankungen, wie zum Beispiel dem Typ II-Diabetes, beiträgt.
Mehr erfahren zu: "Kognitionstest: Führen Hörgeräte zu besseren Ergebnissen?" Kognitionstest: Führen Hörgeräte zu besseren Ergebnissen? Eine Studie konnte zeigen, dass Hörgeräte bei mittelgradigem Hörverlust das Abschneiden im Kognitionstests kaum beeinflussten. Die Ergebnisse belegen aber auch einen Zusammenhang zwischen Hörgeräte-Nutzung und geringerem Demenzrisiko.
Mehr erfahren zu: "Demenz vorbeugen: Warum Hörgerät und Brille wichtig fürs Gehirn sind" Demenz vorbeugen: Warum Hörgerät und Brille wichtig fürs Gehirn sind Was haben Hörgerät und Brille mit Demenzprävention zu tun? Mehr, als viele denken. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative (AFI) zeigt, warum unbehandelte Hör- und Sehschwächen das Demenzrisiko erhöhen können – […]
Mehr erfahren zu: "Biosensoren: Mit leuchtenden GPCRs Licht ins Dunkel bringen" Biosensoren: Mit leuchtenden GPCRs Licht ins Dunkel bringen Einem Forschungsteam der Universitätsmedizin Mainz ist es gelungen, erstmals in lebenden Zellen zu beobachten, wie G-Protein-gekoppelte Rezeptoren auf Wirkstoffe reagieren.