Uni-Augenklinik Würzburg: Prof. Nils Loewen neuer Leiter der Sektion Glaukom

Prof. Nils Loewen leitet die Sektion Glaukom an der Würzburger Universitätsaugenklinik. Foto: Arnika Hansen / Uniklinikum Würzburg

Prof. Nils Loewen ist der neue Sektionsleiter Glaukom an der Würzburger Universitäts-Augenklinik. Seine Expertise in der Diagnose, Therapie und Erforschung des Glaukoms erwarb er in führenden Einrichtungen der USA.

Als Leiter der Sektion Glaukom trat Loewen die Nachfolge von Prof. André Rosentreter an, der nun Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde am Helios Universitätsklinikum Wuppertal ist. „Wir sind sehr glücklich, dass wir dieses wichtige Spezialgebiet wieder mit einem so exzellenten Mediziner besetzten konnten“, freut sich Prof. Jost Hillenkamp, der Direktor der Würzburger Universitäts-Augenklinik.

Ausbildung und Karriere in den USA
Loewen stammt aus Kempen bei Krefeld. Nach dem Medizinstudium in Freiburg i. Br. und dem „Arzt im Praktikum“ in Tübingen wechselte er im Jahr 2000 an die Mayo Clinic in Rochester/USA. Was zunächst als einjähriger Forschungsaufenthalt geplant war, entwickelte sich zu einer fast 19-jährigen Karriere in den Vereinigten Staaten. „Die weitreichenden Forschungsmöglichkeiten schon als Assistenzarzt und die sehr praxisbasierte Ausbildung in den USA passten sehr gut mit meinen Interessen zusammen, sodass ich mich dort schnell und gut etablieren konnte“, blickt Loewen zurück.
Nach viereinhalb Jahren an der Mayo Clinic und einem „Ph.D.“ in Molekularer Medizin/Gentherapie, waren weitere Karrierestationen das Medical College of Wisconsin in Milwaukee und die Northwestern University in Chicago, wo er seine Facharztausbildung absolvierte.
„Schon am Ende meines Studiums wusste ich, dass mich das Glaukom als besonders heimtückische, weitverbreitete Augenerkrankung mit nach wie vor weitgehend ungeklärter Genese am meisten interessiert“, sagt Loewen und fährt fort: „Deshalb war ich froh, dass ich für meine weitere Subspezialisierung im Jahr 2008 an die University of California in San Diego wechseln und ein Jahr lang bei dem hochrenommierten Glaukom-Spezialisten Robert Weinreb arbeiten konnte.“ Es folgten drei Jahre an der Yale University, wo er zum Direktor der Glaukom-Abteilung aufstieg.
Die letzte berufliche Station vor seinem Wechsel nach Würzburg war die Augenklinik der University of Pittsburgh, wo er zuletzt als Außerordentlicher Professor für Augenheilkunde tätig war. Unter Joel Schuman, “dem Miterfinder des wichtigsten Glaukom-Diagnoseinstrumentes, dem OCT”, so heißt es, arbeitete er dort als Sektionsleiter für Glaukom und Katarakte.

In Diagnostik und Therapie auf modernstem Stand
Loewens Rückkehr nach Deutschland hatte mehrere Gründe. Loewen: „Zum einen vermisste ich meine Heimat, zum anderen sehe ich hierzulande einen hohen Bedarf an moderner Glaukomdiagnostik und -therapie sowie an Spezialisten, die diese umsetzen können.“ So habe sich nach seinen Worten zum Beispiel die Diagnostik in den letzten Jahren so weit entwickelt, dass man heute den Grünen Star feststellen könne, bevor ein Gesichtsfelddefekt entstehe. Schon in den ersten Wochen am UKW führte er die computergestützte Verlaufsanalyse als objektive Diagnosemöglichkeit für Glaukom ein. Im Bereich der Therapie ist Loewen Experte für modernste minimalinvasive Eingriffe, namentlich der Trabektomchirurgie. Hierbei wird der Schlemm-Kanal als zentraler Abflussweg mittels Elektroablation eröffnet, sodass das Kammerwasser aus dem Augeninneren leichter abfließen kann. „Nach meiner Erfahrung kann diese Methode in unterschiedlichen Phasen der Erkrankung extrem hilfreich eingesetzt werden – bei 20-fach reduziertem operativen Risiko“, berichtet Loewen.

Neue Ansätze in Forschung und Lehre
In der Forschung beschäftigt er sich unter anderem mit der Entwicklung und Erprobung eines neuen gentherapeutischen Medikamentes, mit dem sich der Augenabfluss manipulieren lässt. „Im Tiermodell haben wir die vielversprechende Beobachtung gemacht, dass sich mit nur einer einzigen Injektion des Wirkstoffes der Augendruck für 150 Tage senken lässt“, erläutert Loewen.
Aufgrund der erhöhten Lebenserwartung steigt die Glaukom-Inzidenz weltweit mit hohen Wachstumszahlen. „Wir müssen uns bemühen, den daraus resultierenden Bedarf an spezialisierten Augenärzten zu decken“, betont der Sektionsleiter. Deshalb plant er eine noch umfassendere und strukturiertere Ausbildung – sowohl im Grundlagen- als auch im Spezialwissen zum Glaukom.
Die Bedingungen für fortschrittliche Glaukom-Medizin sind nach seiner Einschätzung in Würzburg nahezu ideal. „Die Augenklinik kann sich dabei in Diagnose, Behandlung und Forschung auf jahrzehntelange gute Traditionen stützen. Die Kopfklinik bietet eine sehr gute technische und räumliche Ausstattung. Zudem sind die Wege zwischen den Therapiebereichen und den Labors kurz“, lobt Loewen.

Quelle: Universitätsklinikum Würzburg