Universitätsklinikum Gießen: Neue Behandlungsmethode für verkalkte Herzkranzarterien24. Januar 2022 Foto: ©peterschreiber.media – stock.adobe.com Eine Stentimplantation in stark verkalkte Koronargefäße gestaltet sich mitunter als problematisch. Eine bessere Entfernung verkalkter Gefäßwandablagerungen verspricht die orbitale Atherektomie, welche seit neuestem auch am Zentrum für Interventionelle Kardiologie am Universitätsklinikum Gießen angewandt wird. Die koronaren Herzerkrankung stellt weltweit ein Problem dar und ist weiterhin führende Todesursache in Deutschland. Durch eine weiter alternde Bevölkerung kommt es immer häufiger zur starken Verkalkung eben dieser Verengungen der Herzkranzgefäße, welche eine vollständige Entfaltung eines Stents verhindert. „Deshalb ist eine gute Vorbehandlung solcher Läsionen wichtig, um nachfolgend auftretende Ereignisse zu verhindern“, erklärt das Universitätsklinikum Gießen in einer aktuellen Mitteilung. Bereits vor Jahren habe man sich im Zentrum für Interventionelle Kardiologie am Universitätsklinikum Gießen auf diese komplexen Eingriffe spezialisiert. Durch die hessenweit erstmals eingeführte neue Behandlungsmethode der orbitalen Atherektomie (Diamondback 360 System) erweitert sich nun das Portfolio im Herzkatheterlabor der Uniklinik. Bei diesem Verfahren werden die verkalkten Gefäßwandablagerungen, die zu den Verengungen führen, mit Hilfe eines am Katheter befestigten Miniatur-Bohrkopfes abgehobelt. „Neuartig bei dieser Methode ist – und damit unterscheidet sie sich von der bisherig bekannten Rotablation – dass durch die Art der Drehung des Bohrkopfes die komplette Zirkumferenz eines Gefäßes behandelt werden kann“, hebt das Universitätsklinikum hervor. Während die Größe des Areals bei der Rotationsatherektomie von der Größe des Bohrkopfes abhängt, könne dieses bei der orbitalen Atherektomie durch die Geschwindigkeit der Umdrehungen beeinflusst werden. Durch die orbitale Atherektomie werde dementsprechend die Region, an der später ein Stent eingesetzt wird, besser vorbereitet. Dadurch würden sich die Akut- und Langzeitergebnisse deutlich verbessern. „Durch diese neue Technologie wird den Patienten eine weitere, innovative Behandlungsmöglichkeit geboten“, freut sich der Leiter der Interventionellen Kardiologie und stellvertretende Direktor der Medizinischen Klinik I, Prof. Holger Nef. „Damit wird im Bereich der Hochkomplex-Behandlungen von Koronarstenosen das Therapieangebot am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) komplettiert.“ „Diese Behandlungsmethode ist für den Patienten schonend und erzielt optimale Stentergebnisse“, ergänzt Prof. Christian Hamm, Direktor Medizinische Klinik I. In einer Spezialsprechstunde bietet das Zentrum für Interventionelle Kardiologie am UKGM die Möglichkeit, über alle Verfahren umfangreich aufzuklären und die entsprechend beste Therapie anzubieten. Das UKGM ist mit seinen 86 Kliniken und Instituten an den beiden Standorten Gießen und Marburg das drittgrößte Universitätsklinikum Deutschlands.
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