Universitätsklinikum Regensburg: Rezertifizierung für „Angehörigenfreundliche Intensivstationen“

Pflegerische Leitungen: (v.l.) Georg Niederalt, Sieglinde Scholz, Berthold Weiß, Andreas Roidl, Franz Eder, Franz Schreck sowie Direktor der Anästhesiologie Bernhard Graf und Pflegedirektor Alfred Stockinger. Foto: ©Vincent Schmucker/UKR

Die Intensivstationen am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) pflegen in besonderer Weise eine einfühlsame und unterstützende Begleitung und Einbindung der Angehörigen.

Dies wurde nun erneut von der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF) mit der erfolgreichen Rezertifizierung „Angehörige jederzeit willkommen“ gewürdigt.

Die Atmosphäre auf einer Intensivstation ist beklemmend und die Situation für die Angehörigen höchst belastend. Dessen ist man sich im UKR nur allzu bewusst und versucht nicht nur für die Patienten, sondern auch für deren Angehörige ein angenehmes Umfeld mit Offenheit und Zuwendung zu schaffen. Dass die Bemühungen Früchte tragen, wird in der erfolgreichen Rezertifizierung „Angehörige jederzeit willkommen“ ersichtlich, mit der die Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DFG) dem UKR vor kurzem erneut ein besonderes Zeugnis ausstellte.

„Intensiv- und Beatmungsmedizin ist einer unserer medizinischen Schwerpunkte. Zugleich sind wir auch in den anderen medizinischen Fachbereichen auf die Versorgung schwerkranker und schwerverletzter Patienten ausgerichtet. Ein hoher Anteil an Intensivpatienten erfordert aber nicht nur beste medizinische und pflegerische Kompetenz, sondern stellt auch Anforderungen an unseren Umgang mit Menschen – das betrifft die Patienten genauso wie deren Angehörige“, erläutert Prof. Bernhard Graf, Stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKR und Direktor der Klinik für Anästhesiologie.

Bereits im Jahr 2008 wurde das Zertifikat – damals noch von der Stiftung Pflege e.V. – erstmalig verliehen, weit vor der Corona-Pandemie, während der das UKR seine überaus liberale Lösung und Willkommenskultur für Angehörige wie in keiner anderen Zeit unter Beweis stellen konnte. „Das wichtigste Qualitätsmerkmal unseres Hauses sind unsere Mitarbeiter, die bei der täglichen Betreuung der Angehörigen das Zertifikat leben“, bekräftigt Alfred Stockinger, Pflegedirektor des UKR.

Als Vertrauenspersonen spielen Angehörige eine maßgebliche Rolle im Genesungsprozess der Patienten, indem sie emotionale Unterstützung bieten und ein Gefühl von Sicherheit in einer fremden Umgebung vermitteln. Das UKR ermöglicht dies durch großzügige Besuchszeiten, die es Angehörigen gestatten, auch nach ihrer eigenen Arbeitszeit bei den Patienten zu sein. Zudem stehen Pflegekräfte und Ärzte den Angehörigen stets zur Seite, um sie in der Zeit des Hoffens und Bangens, oft auch des Abschiednehmens zu unterstützen, bieten ihnen Zugang zu psychologischer und seelsorgerischer Betreuung, vermitteln Kontakte zum Sozialdienst sowie Spielmöglichkeiten für Kinder.

Eine Besonderheit am UKR ist das nahegelegene Patienten- und Angehörigenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern e.V. Hier können Angehörige in unmittelbarer Nähe zu den Krankenstationen kostengünstig übernachten und so mit kurzen Wegen jederzeit beim Patienten sein, haben aber auch einen nahen Rückzugsort, um selbst wieder Kraft zu tanken.

Das UKR betreibt sechs Intensivstationen und drei Intermediate-Care-Stationen. Der Anspruch, Patienten medizinisch und pflegerisch auf Spitzenniveau zu versorgen, verbindet sich am UKR erfolgreich mit der Gepflogenheit, Angehörige als Teil des therapeutischen Konzeptes mit einzubinden.